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VD16-Links
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'''VD 16:''' P 311
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In: Der Bäpstischen Catechismus, nach dem Wittenbergischen Cathechismo verstellt, durch Verordnung des Concilii zu Trient
 
In: Der Bäpstischen Catechismus, nach dem Wittenbergischen Cathechismo verstellt, durch Verordnung des Concilii zu Trient
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== '''VD 16-Link''' ==
 
== '''VD 16-Link''' ==
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[http://gateway-bayern.bib-bvb.de/aleph-cgi/bvb_suche?sid=VD16&find_code_1=WVD&find_request_1=ZV%2012150 ZV 12150]
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[http://gateway-bayern.de/VD16+ZV+12150 ZV 12150]
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Begründung dieser Annahme:
 
Begründung dieser Annahme:
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Die Illustrationen stammen aus der Bibel, die Wolfgang Köpfel 1529/30 in Straßburg herausbrachte (VD 16: B 2686 – einen Teil der Auflage 1530 auch noch mit Veltin Kobian, vgl. VD16: ZV 1469. Im letzten Teil von 1532 ohne Illustrationen der Apokalypse). Seine Söhne und Erben zogen 1557 nach Worms. 1560 druckte Paul Köpfel die Bibel mit den alten Illustrationen noch einmal (VD 16: ZV 1493). Danach übernahm sein Bruder Philipp die Offizin, aber schon 1563 endete auch seine Tätigkeit, vermutlich ist er in diesem Jahr gestorben (ein Erbe Wolfgang Köpfel d. J., von dem Reske S. 1021 spricht, existierte nicht. Es gibt später nur noch einen einzelnen Wormser Druck von einem sonst nicht bezeugten David Köpfel von 1573, ohne Illustrationen). Philipp Köpfel könnte daher der Drucker des Handbüchleins sein.  
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Die Illustrationen stammen aus der Bibel, die Wolfgang Köpfel 1529/30 in Straßburg herausbrachte (VD 16: [http://gateway-bayern.de/VD16+B+2686 B 2686] – einen Teil der Auflage 1530 auch noch mit Veltin Kobian, vgl. VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+ZV+1469 ZV 1469]. Im letzten Teil von 1532 ohne Illustrationen der Apokalypse). Seine Söhne und Erben zogen 1557 nach Worms. 1560 druckte Paul Köpfel die Bibel mit den alten Illustrationen noch einmal (VD 16: [http://gateway-bayern.de/VD16+ZV+1493 ZV 1493]). Danach übernahm sein Bruder Philipp die Offizin, aber schon 1563 endete auch seine Tätigkeit, vermutlich ist er in diesem Jahr gestorben (ein Erbe Wolfgang Köpfel d. J., von dem Reske S. 1021 spricht, existierte nicht. Es gibt später nur noch einen einzelnen Wormser Druck von einem sonst nicht bezeugten David Köpfel von 1573 (VD16: H 565), ohne Illustrationen). Philipp Köpfel könnte daher der Drucker des Handbüchleins sein.  
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Dann wären er und sein Bruder auch die Drucker  verschiedener unfirmierter Ausgaben der deutschen Übersetzung von Thomas Naogeorgs “Regnum Papisticum”, von denen mehrere den gleichen Titelholzschnitt wie das Handbüchlein aufweisen (o. O. 1556, VD16: K 988; o. O. 1557, VD16: K 989; o. O. 1563, VD16: K 991; o. O. 1563, nicht im VD16, vorh. in Darmstadt ULB: 31/4016 - allerdings im Katalog fälschlich mit dem Datum 1568; dagegen: o. O. 1555, anderer Titelholzschnitt; VD16: K 987; o. O. 1560, ohne Titelholzschnitt; VD16: K 990).   
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Dann wären er und sein Bruder auch die Drucker  verschiedener unfirmierter Ausgaben der deutschen Übersetzung von Thomas Naogeorgs “Regnum Papisticum”, von denen mehrere den gleichen Titelholzschnitt wie das Handbüchlein aufweisen (o. O. 1556, VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+K+988 K 988]; o. O. 1557, VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+K+989 K 989]; o. O. 1563, VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+K+991 K 991]; o. O. 1563, nicht im VD16, vorh. in Darmstadt ULB: 31/4016 - allerdings im Katalog fälschlich mit dem Datum 1568; dagegen: o. O. 1555, anderer Titelholzschnitt; VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+K+987 K 987]; o. O. 1560, ohne Titelholzschnitt; VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+K+990 K 990]).   
    
Die Übersetzung von Naogeorgs Text trägt den Titel “Das Bäpstisch Reich” und stammt von Burkhard Waldis.
 
Die Übersetzung von Naogeorgs Text trägt den Titel “Das Bäpstisch Reich” und stammt von Burkhard Waldis.
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*Die Schrift ist eine Versifizierung einer Flugschrift von 1546 von 6 Blatt Umfang, die denselben Titel wie die Versifizierung trägt:
 
*Die Schrift ist eine Versifizierung einer Flugschrift von 1546 von 6 Blatt Umfang, die denselben Titel wie die Versifizierung trägt:
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“Der Papisten Handbüchlein, fleißig zumercken, vnd heymlich zu lesen, damit es die Leyen, denen der Bapst die heylige Schrifft zulesen verbotten, nicht erfaren” (o. O. 1546; VD16: P 305 und P 306)
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“Der Papisten Handbüchlein, fleißig zumercken, vnd heymlich zu lesen, damit es die Leyen, denen der Bapst die heylige Schrifft zulesen verbotten, nicht erfaren” (o. O. 1546; VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+P+305 P 305] und [http://gateway-bayern.de/VD16+P+306 P 306])
    
In ihr werden einige Sätze aus den Ständebelehrungen am Ende des Kleinen Katechismus von Luther in satirischer Weise in ihr Gegenteil umgekehrt, und diese “Lehren” werden als eine katholische Geheimschrift ausgegeben. Am Ende ist außerdem eine satirische Umdichtung des Benedicite und des Gratias, also der Dankgebete vor und nach dem Essen, angefügt, die von Martin Luther stammt (vgl. D. Martin Luthers Werke. Kritische Gesamtausgabe. Weimar 1883 – 2009: WA 60 (1980), S. 173-179).
 
In ihr werden einige Sätze aus den Ständebelehrungen am Ende des Kleinen Katechismus von Luther in satirischer Weise in ihr Gegenteil umgekehrt, und diese “Lehren” werden als eine katholische Geheimschrift ausgegeben. Am Ende ist außerdem eine satirische Umdichtung des Benedicite und des Gratias, also der Dankgebete vor und nach dem Essen, angefügt, die von Martin Luther stammt (vgl. D. Martin Luthers Werke. Kritische Gesamtausgabe. Weimar 1883 – 2009: WA 60 (1980), S. 173-179).
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Von dieser Flugschrift von 1546 gab es eine niederdeutsche Übertragung von 1548 (VD16: P 310) sowie mehrere Nachdrucke: o. O. 1557 (VD16: P 308) und 1571 (vorh. in London BL und St. Peterburg NB), sowie in erweiterter Form o. O. 1556 (VD16: P 307) und 1559 (VD16: [[P 309: ; Der Papisten Handbüchlein| P 309]]).  
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Von dieser Flugschrift von 1546 gab es eine niederdeutsche Übertragung von 1548 (VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+P+310 P 310]) sowie mehrere Nachdrucke: o. O. 1557 (VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+P+308 P 308]) und 1571 (vorh. in London BL und St. Peterburg NB), sowie in erweiterter Form o. O. 1556 (VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+P+307 P 307]) und 1559 (VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+P+309 P 309], vgl. den [[P 309: ; Der Papisten Handbüchlein| Artikel dazu]] in diesem Wiki).  
       
*Die Erweiterung der beiden letzteren Auflagen besteht in einem Text mit dem Titel “Der Barfüsser Mönch zehn Gebote”, die der Herausgeber der gereimten Fassung des “Handbüchleins” von 1563 auch in seine Bearbeitung mit aufgenommen hat.
 
*Die Erweiterung der beiden letzteren Auflagen besteht in einem Text mit dem Titel “Der Barfüsser Mönch zehn Gebote”, die der Herausgeber der gereimten Fassung des “Handbüchleins” von 1563 auch in seine Bearbeitung mit aufgenommen hat.
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Die Schrift “Der Barfüsser Mönch zehn Gebote” war schon um 1550 einzeln als Flugschrift erschienen (VD16: B 363) und taucht später als Zutat in Erasmus Albers “Der Barfüsser Münche Eulenspiegel vnd Alcoran” von 1573 auf (VD16: A 1479). Aber dass Erasmus Alber der Autor dieser kurzen Schrift von 1550 sei, wie in WA 60 (1980) mit Berufung auf Oskar Schade (“Satiren und Pasquillen der Reformationszeit”, 1863, Bd. 2, S. 380) behauptet wird, ist nicht erwiesen, denn in der ersten Ausgabe von “Der Barfüsser Münche Eulenspiegel vnd Alcoran” von 1542 ist dieser Anhang nicht enthalten, ein weiterer Nachdruck davon mit der Erweiterung ist ohne Datierung (VD16: A 1478). Alber starb 1553.
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Die Schrift “Der Barfüsser Mönch zehn Gebote” war schon um 1550 einzeln als Flugschrift erschienen (VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+B+363 B 363]) und taucht später als Zutat in Erasmus Albers “Der Barfüsser Münche Eulenspiegel vnd Alcoran” von 1573 auf (VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+A+1479 A 1479]). Aber dass Erasmus Alber der Autor dieser kurzen Schrift von 1550 sei, wie in WA 60 (1980) mit Berufung auf Oskar Schade (“Satiren und Pasquillen der Reformationszeit”, 1863, Bd. 2, S. 380) behauptet wird, ist nicht erwiesen, denn in der ersten Ausgabe von “Der Barfüsser Münche Eulenspiegel vnd Alcoran” von 1542 ist dieser Anhang nicht enthalten, ein weiterer Nachdruck davon mit der Erweiterung ist ohne Datierung (VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+A+1478 A 1478]). Alber starb 1553.
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Zum Inhalt des ersten und zweiten Teils der Schrift vgl. den Artikel zu [[P 309: ; Der Papisten Handbüchlein| Der Papisten Handbüchlein]]  
 
Zum Inhalt des ersten und zweiten Teils der Schrift vgl. den Artikel zu [[P 309: ; Der Papisten Handbüchlein| Der Papisten Handbüchlein]]  
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=='''Illustrationen'''==
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Titelholzschnitt:
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Kardinalskollegium mit dem Papst auf seinem Thron im Zentrum, vor dem in der Rückenansicht ein Mönch (erkennbar an der Tonsur) mit einem Mantel und einer Schrift mit Sigel in der Hand steht.
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Dies ist eine genaue Kopie des Titelholzschnitts eines Drucks mit einem Spiel gegen das Konzil von Trient von 1545 (VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+C+4933 C 4933] [http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10206186-8 digital].
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Das verwendete Motiv findet sich in ähnlicher Ausführung auch in einem weiteren Holzschnitt, den der Nürnberger Drucker Hans Hergot 1524 zweimal verwendet hat, nämlich in VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+T+1820  T 1820] [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-266841 digital] und in VD16: [http://gateway-bayern.de/VD16+U+184 U 184]  [http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00024986-2 digital].
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Die folgenden Bilder wurden zuvor in einem Bibeldruck (s. o. unter "Drucker")verwendet:
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Bl. A2r: Zwei sitzende Mönche, denen von zwei hinter ihnen stehenden Barbierern die Tonsur geschnitten wird.
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In dem Bibeldruck war das die Illustration zu der Stelle im 3. Buch Mose, 21. Kapitel, in denen Gott Mose Anweisungen gibt, wie die Priester sich zu verhalten haben. Vers 5 lautet in der Lutherbibel: „Sie sollen auch keine Platte machen auf ihrem Haupt noch ihren Bart abscheren …“
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Bl. A2v oben: Tanz um das Goldene Kalb
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Das Motiv wurde in Katechismusdrucken auch oft für die Illustration des  Ersten Gebotes („Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“) verwendet.
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