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N 1849: Noricus, Elias; Das neue Jahr (Quelltext anzeigen)
Version vom 3. Dezember 2012, 08:57 Uhr
, 08:57, 3. Dez. 2012Literatur: Doreen Fischer
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*Im Jahr 165 wurde Laurentius auf Befehl des Kaisers Decius auf einem Rost gebraten. Er sagte zum Kaiser, er könne schon beginnen, ihn zu fressen, denn er glaube, er sei auf einer Seite schon gar.
*Im Jahr 165 wurde Laurentius auf Befehl des Kaisers Decius auf einem Rost gebraten. Er sagte zum Kaiser, er könne schon beginnen, ihn zu fressen, denn er glaube, er sei auf einer Seite schon gar.
Anm.: Vgl. Theofried Baumeister, Artikel „Märtyrer“. In: EM Bd. 9, Sp. 370.
Anm.: Vgl. Theofried Baumeister, Artikel „Märtyrer“. In: Enzyklopädie des Märchens Bd. 9, Sp. 370.
*Johannes Hus sagte 1415 zu Konstanz, als man ihn zum Scheiterhaufen führte, jetzt verbrenne man ein Gänslein, aber in 100 Jahre würde ein Schwan kommen, den werde man nicht braten können. Damit hat er das Erscheinen Luthers vorhergesagt.
*Johannes Hus sagte 1415 zu Konstanz, als man ihn zum Scheiterhaufen führte, jetzt verbrenne man ein Gänslein, aber in 100 Jahre würde ein Schwan kommen, den werde man nicht braten können. Damit hat er das Erscheinen Luthers vorhergesagt.
*Bischof Hatto von Mainz ließ bei einer Teuerung die Armen seines Landes zusammenkommen und schickte sie mit dem Versprechen auf eine milde Gabe in eine Scheune. Die Scheune zündete er an und alle Menschen darin vebrannten. Als er sie schreien hörte, sagte er, das wären vemutlich Mäuse. Danach wurde er als Strafe Gottes von vielen Mäusen verfolgt. Er versuchte sich auf eine Insel im Rhein zu retten und stieg dort auf einen Turm. Aber die Mäuse schwammen über den Rhein und fraßen den Tyrannen auf.
*Bischof Hatto von Mainz ließ bei einer Teuerung die Armen seines Landes zusammenkommen und schickte sie mit dem Versprechen auf eine milde Gabe in eine Scheune. Die Scheune zündete er an und alle Menschen darin vebrannten. Als er sie schreien hörte, sagte er, das wären vemutlich Mäuse. Danach wurde er als Strafe Gottes von vielen Mäusen verfolgt. Er versuchte sich auf eine Insel im Rhein zu retten und stieg dort auf einen Turm. Aber die Mäuse schwammen über den Rhein und fraßen den Tyrannen auf.
Anm.: vgl. Hans-Jörg Uther, Artikel „Der Mäuseturm von Bingen“. In: EM Bd. 9, S. 445-450.
Anm.: vgl. Hans-Jörg Uther, Artikel „Der Mäuseturm von Bingen“. In: Enzyklopädie des Märchens Bd. 9, S. 445-450.
*In Basel lebte ein Kaufmann, der seine alten Hosenbänder nicht mehr anzog, und so gab seine Frau diese ihrem Knecht. Der Kaufmann sah die Hosenbänder und hegte den Verdacht, dass seine Frau ein Verhältnis mit dem Knecht habe, dass die beiden ihn umbringen und dann heiraten wollten. Eines Tages schickte er alle Hausangehörigen in die Kirche und stellte seine Frau mit dem Messer in der Hand zur Sprache. Sie war so erschreckt, dass sie nicht wusste, was sie antworten sollte. Daraufhin erstach er sie. Danach aber trieb ihn der Teufel in noch tiefere Sünde. Er setzte sich nieder, schrieb alles auf, was geschehen war, band sich das Schreiben an den Arm, stieg ins oberste Stockwerk und stürzte sich von da in den Tod.
*In Basel lebte ein Kaufmann, der seine alten Hosenbänder nicht mehr anzog, und so gab seine Frau diese ihrem Knecht. Der Kaufmann sah die Hosenbänder und hegte den Verdacht, dass seine Frau ein Verhältnis mit dem Knecht habe, dass die beiden ihn umbringen und dann heiraten wollten. Eines Tages schickte er alle Hausangehörigen in die Kirche und stellte seine Frau mit dem Messer in der Hand zur Sprache. Sie war so erschreckt, dass sie nicht wusste, was sie antworten sollte. Daraufhin erstach er sie. Danach aber trieb ihn der Teufel in noch tiefere Sünde. Er setzte sich nieder, schrieb alles auf, was geschehen war, band sich das Schreiben an den Arm, stieg ins oberste Stockwerk und stürzte sich von da in den Tod.
Anm.: Übernommen wurde dieses Exempel vermutlich von Hieronymus Weller (1552), der diese Geschichte ohne Namen wiedergibt (vgl. den Artikel zur [[W 1826: Weller, Hieronymus; Haustafel ausgelegt| deutschen Übersetzung der Haustafel-Auslegung]] von Weller (1556), dort unter: "Exempel"). Zugrunde liegt jedoch der Mord- und Selbstmordfall Christoph Baumgartens, der sich am 4. August 1532 in Basel ereignet hatte. Luther berichtet davon in seinen Tischreden WA TR 5, Nr. 6933, auch er allerdings ohne Namen zu nennen. In Luthers Bericht aber hatte die Ehefrau den Ehebruch gestanden, als sie mit dem Messer bedroht wurde. In der Version, der Weller folgt, besteht der Ehebruch nur in der verblendeten Phantasie des Mannes. Christoph Baumgarten brachte zudem nicht nur seine Frau, sondern auch sein Kind um, aus Angst vor der Schande, ein „Hurenkind“ zu haben. Vgl. Rudolf Schenda, Artikel „Mordgeschichten“. In: EM Bd. 9 (1999), Sp. 885. J. Stumpf, Schweizer und Reformationschronik, hrsg. Ernst Gagliardi, H. Müller und P. Büsser, Bd. 2, Basel 1955, S. 287-290. Auf diese Geschichte verweist Luther auch in der Hochzeitspredigt für Herzog Philipp von Pommern von 1536, um vor den Listen des Teufels zu warnen (WA 41, S. 520, Z. 20). Bei Alsheimer 1974 trägt das Exempel den Titel „Teuflische Einflüsterung“, Nr. 426. Ernst-Heinrich Rehermann, Das Predigtexempel bei protestantischen Theologen des 16. und 17. Jahrhunderts. Göttingen 1977, S. 426f., der dieses Exempel ein Jahrhundert später bei Georg Albrecht ''Hierarchia Oeconomica'', Nürnberg 1657 vorfindet, vermerkt, dass es dazu bei Albrecht keine Quellenangabe gebe, verweist zugleich aber auf eine ähnliche Geschichte vom Kaiser Theodosius und seiner Gemahlin Eudoxia, die sich im Jahre 421 zugetragen haben soll.
Anm.: Übernommen wurde dieses Exempel vermutlich von Hieronymus Weller (1552), der diese Geschichte ohne Namen wiedergibt (vgl. den Artikel zur [[W 1826: Weller, Hieronymus; Haustafel ausgelegt| deutschen Übersetzung der Haustafel-Auslegung]] von Weller (1556), dort unter: "Exempel"). Zugrunde liegt jedoch der Mord- und Selbstmordfall Christoph Baumgartens, der sich am 4. August 1532 in Basel ereignet hatte. Luther berichtet davon in seinen Tischreden WA TR 5, Nr. 6933, auch er allerdings ohne Namen zu nennen. In Luthers Bericht aber hatte die Ehefrau den Ehebruch gestanden, als sie mit dem Messer bedroht wurde. In der Version, der Weller folgt, besteht der Ehebruch nur in der verblendeten Phantasie des Mannes. Christoph Baumgarten brachte zudem nicht nur seine Frau, sondern auch sein Kind um, aus Angst vor der Schande, ein „Hurenkind“ zu haben. Vgl. Rudolf Schenda, Artikel „Mordgeschichten“. In: Enzyklopädie des Märchens Bd. 9 (1999), Sp. 885. J. Stumpf, Schweizer und Reformationschronik, hrsg. Ernst Gagliardi, H. Müller und P. Büsser, Bd. 2, Basel 1955, S. 287-290. Auf diese Geschichte verweist Luther auch in der Hochzeitspredigt für Herzog Philipp von Pommern von 1536, um vor den Listen des Teufels zu warnen (WA 41, S. 520, Z. 20). Bei Alsheimer 1974 trägt das Exempel den Titel „Teuflische Einflüsterung“, Nr. 426. Ernst-Heinrich Rehermann, Das Predigtexempel bei protestantischen Theologen des 16. und 17. Jahrhunderts. Göttingen 1977, S. 426f., der dieses Exempel ein Jahrhundert später bei Georg Albrecht ''Hierarchia Oeconomica'', Nürnberg 1657 vorfindet, vermerkt, dass es dazu bei Albrecht keine Quellenangabe gebe, verweist zugleich aber auf eine ähnliche Geschichte vom Kaiser Theodosius und seiner Gemahlin Eudoxia, die sich im Jahre 421 zugetragen haben soll.
S. 126-128 Frauen sollen ihre Männer lieben.
S. 126-128 Frauen sollen ihre Männer lieben.
*Alcesia, die Frau des Königs Admetus, gab ihr Leben, um das Leben ihres Mannes zu retten.
*Alcesia, die Frau des Königs Admetus, gab ihr Leben, um das Leben ihres Mannes zu retten.
Anm.: Artikel „Alkestis“. In: EM Bd.1, Sp. 315
Anm.: Artikel „Alkestis“. In: Enzyklopädie des Märchens Bd.1, Sp. 315
*Die Frau des Königs Mitridates folgte ihrem Mann in die Verbannung.
*Die Frau des Königs Mitridates folgte ihrem Mann in die Verbannung.
*Lucretia wurde von dem Sohn des Tarquinius vergewaltigt. Sie vertraute sich ihrem Mann Collatinus an und erklärte, dass er ihr wohl verzeihen könne, weil keine Schuld sie treffe, aber dass ihr Fall von anderen, die nicht unschuldig seien, als Entschuldigung genommen werden könnte. Nur ihr Tod könne ihre Unschuld beweisen. Darauf zog sie ein Messer, das sie versteckt gehalten hatte, und erstach sich.
*Lucretia wurde von dem Sohn des Tarquinius vergewaltigt. Sie vertraute sich ihrem Mann Collatinus an und erklärte, dass er ihr wohl verzeihen könne, weil keine Schuld sie treffe, aber dass ihr Fall von anderen, die nicht unschuldig seien, als Entschuldigung genommen werden könnte. Nur ihr Tod könne ihre Unschuld beweisen. Darauf zog sie ein Messer, das sie versteckt gehalten hatte, und erstach sich.
Anm.: Werner Röcke, Artikel „Lucretia“. In: EM Bd. 8, Sp. 1244.
Anm.: Werner Röcke, Artikel „Lucretia“. In: Enzyklopädie des Märchens Bd. 8, Sp. 1244.
*Der Tyrann Maxentius hatte die Absicht, die verheiratete Sophronia als Geliebte zu gewinnen. Diese suchte Rat bei ihrem Mann, der die Befürchtung hatte, sie könnten bei einer Weigerung beide in Lebensgefahr kommen. Als sie hörte, dass das Leben ihm wichtiger war als ihre Ehre, ging sie in ihre Kammer und erstach sich.
*Der Tyrann Maxentius hatte die Absicht, die verheiratete Sophronia als Geliebte zu gewinnen. Diese suchte Rat bei ihrem Mann, der die Befürchtung hatte, sie könnten bei einer Weigerung beide in Lebensgefahr kommen. Als sie hörte, dass das Leben ihm wichtiger war als ihre Ehre, ging sie in ihre Kammer und erstach sich.
*Ein anderer Sohn biss seinem Vater unter dem Galgen aus dem gleichen Grund die Nase ab.
*Ein anderer Sohn biss seinem Vater unter dem Galgen aus dem gleichen Grund die Nase ab.
Anm.: Vgl. Sohn am Galgen EM Bd. 12, Sp. 813-815
Anm.: Vgl. Sohn am Galgen Enzyklopädie des Märchens Bd. 12, Sp. 813-815
*In Brügge in Flandern waren Eltern, die ihren beiden Söhnen alles erlaubten und ihnen für alles Geld gaben, so viel sie haben wollten. Der Vater starb betrübt. Die Mutter musste dann aber erleben, wohin solches Treiben führt. Der eine Sohn wurde geköpft, der andere gehenkt.
*In Brügge in Flandern waren Eltern, die ihren beiden Söhnen alles erlaubten und ihnen für alles Geld gaben, so viel sie haben wollten. Der Vater starb betrübt. Die Mutter musste dann aber erleben, wohin solches Treiben führt. Der eine Sohn wurde geköpft, der andere gehenkt.
*Eine adlige Frau in Rom wurde wegen ihrer Missetaten zum Tode verurteilt und sollte in einem Turm verhungern. Ihre Tochter bat die Richter, ihre Mutter einmal am Tag besuchen zu dürfen, um sie in ihrem Leid zu trösten. Die Bitte wurde gewährt, aber die Tochter wurde von den Wächtern auf Lebensmittel kontrolliert. Trotzdem starb die Mutter nicht. Die Richter befragten die Tochter und erfuhren, dass sie ihrer Mutter aus “Kindlichr Pietet” die Brust gereicht hätte. Gerührt von der Liebe der Tochter zu ihrer Mutter ließen die Richter die Mutter frei. Ein Altar an der Stelle in Rom, wo früher der Turm stand, kündet noch von dieser Geschichte.
*Eine adlige Frau in Rom wurde wegen ihrer Missetaten zum Tode verurteilt und sollte in einem Turm verhungern. Ihre Tochter bat die Richter, ihre Mutter einmal am Tag besuchen zu dürfen, um sie in ihrem Leid zu trösten. Die Bitte wurde gewährt, aber die Tochter wurde von den Wächtern auf Lebensmittel kontrolliert. Trotzdem starb die Mutter nicht. Die Richter befragten die Tochter und erfuhren, dass sie ihrer Mutter aus “Kindlichr Pietet” die Brust gereicht hätte. Gerührt von der Liebe der Tochter zu ihrer Mutter ließen die Richter die Mutter frei. Ein Altar an der Stelle in Rom, wo früher der Turm stand, kündet noch von dieser Geschichte.
Anm.: In der Kunstgeschichte wird dieses Motiv als Caritas Romana bezeichnet. Verbreiteter ist die Version von dem gefangenen Vater, der von seiner Tochter gesäugt wird. Schon bei Valerius Maximus sind beide Versionen, mit dem Vater und mit der Mutter, zu finden. Vgl. Rudolf Schenda, Artikel „Brust, Brüste“. In: EM Bd. 2, Sp. 957-963 und Christine Shojaei Kawan, Artikel „Säugen“. In: EM Bd. 11, Sp. 1156-1163; Rehermann 1977, S. 281f.
Anm.: In der Kunstgeschichte wird dieses Motiv als Caritas Romana bezeichnet. Verbreiteter ist die Version von dem gefangenen Vater, der von seiner Tochter gesäugt wird. Schon bei Valerius Maximus sind beide Versionen, mit dem Vater und mit der Mutter, zu finden. Vgl. Rudolf Schenda, Artikel „Brust, Brüste“. In: Enzyklopädie des Märchens Bd. 2, Sp. 957-963 und Christine Shojaei Kawan, Artikel „Säugen“. In: Enzyklopädie des Märchens Bd. 11, Sp. 1156-1163; Rehermann 1977, S. 281f.
*In England wurde ein Vater wegen seines Eintretens für die reine Lehre des Evangeliums verbrannt. Aus Liebe zum Vater sprang sein Kind zu ihm ins Feuer.
*In England wurde ein Vater wegen seines Eintretens für die reine Lehre des Evangeliums verbrannt. Aus Liebe zum Vater sprang sein Kind zu ihm ins Feuer.
*Ein böser Sohn zerrte seinen Vater an den Haaren bis zur Tür. Sein eigener Sohn wurde später auch nicht besser und zog ihn an den Haaren durchs Haus. Als er an der Tür war, rief er dem Sohn zu einzuhalten, bis zu dieser Stelle habe er seinen eigenen Vater auch gezerrt, und nun bekomme er wohl den Lohn dafür.
*Ein böser Sohn zerrte seinen Vater an den Haaren bis zur Tür. Sein eigener Sohn wurde später auch nicht besser und zog ihn an den Haaren durchs Haus. Als er an der Tür war, rief er dem Sohn zu einzuhalten, bis zu dieser Stelle habe er seinen eigenen Vater auch gezerrt, und nun bekomme er wohl den Lohn dafür.
Anm.: Jacques Berlioz, Artikel „Der undankbare Sohn“. In: EM Bd. 12, Sp. 824-830. Dieses alte Predigtexempel geht auf arabische Quellen zurück.
Anm.: Jacques Berlioz, Artikel „Der undankbare Sohn“. In: Enzyklopädie des Märchens Bd. 12, Sp. 824-830. Dieses alte Predigtexempel geht auf arabische Quellen zurück.
*Ein Sohn, der reich geworden war, wollte seinen armen Vater nicht mehr kennen. Als der Vater fortging, ließ Gottes Strafe den Sohn in den Wahnsinn fallen.
*Ein Sohn, der reich geworden war, wollte seinen armen Vater nicht mehr kennen. Als der Vater fortging, ließ Gottes Strafe den Sohn in den Wahnsinn fallen.
*Ein alter Vater wollte zu seinem Sohn essen gehen. Als dieser aber sah, dass sein Vater zu seinem Haus kam, versteckte er das gute Essen und gab ihm etwas Minderwertiges. Als sein Vater wieder ging, wollte der Sohn sich den Braten auf den Tisch holen, aber in der Schüssel fand er Schlangen. Die größte von ihnen sprang an seinen Mund und bliebt dort kleben. Mit ihr musste er nun jeden Tag seine Speisen teilen.
*Ein alter Vater wollte zu seinem Sohn essen gehen. Als dieser aber sah, dass sein Vater zu seinem Haus kam, versteckte er das gute Essen und gab ihm etwas Minderwertiges. Als sein Vater wieder ging, wollte der Sohn sich den Braten auf den Tisch holen, aber in der Schüssel fand er Schlangen. Die größte von ihnen sprang an seinen Mund und bliebt dort kleben. Mit ihr musste er nun jeden Tag seine Speisen teilen.
Anm.: KHM, Nr. 145; EM Bd. 12. In Grimms Märchen und in Paulis Schimpf und Ernst (1522) ist es eine Kröte, die dem Sohn ins Gesicht springt. Johann Pauli, Schimpf und Ernst [1522], hrsg. von Johann Bolte. Berlin 1924, ND Hildesheim 1972, Nr. 437.
Anm.: KHM, Nr. 145; Enzyklopädie des Märchens Bd. 12. In Grimms Märchen und in Paulis Schimpf und Ernst (1522) ist es eine Kröte, die dem Sohn ins Gesicht springt. Johann Pauli, Schimpf und Ernst [1522], hrsg. von Johann Bolte. Berlin 1924, ND Hildesheim 1972, Nr. 437.
*Drei junge Männer spielten (im Jahr 1553) mit Karten im Freien, einer verspielte fast sein ganzes Geld und begann, schrecklich zu fluchen. Er erklärte, dass er, wenn wieder verliere, er ein Messer in den Himmel werfen würde, um Gott im Herzen zu treffen, weil er ihn nie gewinnen ließe. Er verlor aber wieder und warf seinen Dolch in den Himmel. Der Dolch fiel nicht zurück, aber fünf Blutstropfen fielen auf den Tisch. Der Teufel erschien und holte den Gotteslästerer in die Hölle. Die beiden anderen versuchten vergeblich, das Blut abzuwaschen. Als andere Leute hinzu kamen, wurden die beiden gefangen genommen. Einer von ihnen starb sehr bald an Läusebefall, der andere wurde dann enthauptet.
*Drei junge Männer spielten (im Jahr 1553) mit Karten im Freien, einer verspielte fast sein ganzes Geld und begann, schrecklich zu fluchen. Er erklärte, dass er, wenn wieder verliere, er ein Messer in den Himmel werfen würde, um Gott im Herzen zu treffen, weil er ihn nie gewinnen ließe. Er verlor aber wieder und warf seinen Dolch in den Himmel. Der Dolch fiel nicht zurück, aber fünf Blutstropfen fielen auf den Tisch. Der Teufel erschien und holte den Gotteslästerer in die Hölle. Die beiden anderen versuchten vergeblich, das Blut abzuwaschen. Als andere Leute hinzu kamen, wurden die beiden gefangen genommen. Einer von ihnen starb sehr bald an Läusebefall, der andere wurde dann enthauptet.
Anm.: Das Motiv von dem Spieler, der auf Gott mit einem Pfeil schießen will, ist schon im 13. Jahrhundert bekannt (Frederic C. Tubach, Index exemplorum: a handbook of medieval religious tales. Helsinki 1981, Nr. 324). Eine Schweizer Version, die von Noricus hier wiedergegeben wird, geht auf ein von Heinrich Wirri 1553 verfasstes Flugblatt zurück. Vgl. Michael Schilling, Artikel „Schuss in den Himmel“. In: EM Bd. 12, Sp. 249-252. Noricus (oder die Quelle, durch die ihm die Geschichte überliefert wurde,) hat hier die genaue Lokalisierung, Willisau bei Luzern, getilgt.
Anm.: Das Motiv von dem Spieler, der auf Gott mit einem Pfeil schießen will, ist schon im 13. Jahrhundert bekannt (Frederic C. Tubach, Index exemplorum: a handbook of medieval religious tales. Helsinki 1981, Nr. 324). Eine Schweizer Version, die von Noricus hier wiedergegeben wird, geht auf ein von Heinrich Wirri 1553 verfasstes Flugblatt zurück. Vgl. Michael Schilling, Artikel „Schuss in den Himmel“. In: Enzyklopädie des Märchens Bd. 12, Sp. 249-252. Noricus (oder die Quelle, durch die ihm die Geschichte überliefert wurde,) hat hier die genaue Lokalisierung, Willisau bei Luzern, getilgt.
*Niemand sollte verzagen, wie es jene junge Witwe getan hat, die zwei Kinder, aber keinen Heller Geld hatte. Sie bettelte, aber weil sie jung war, gab ihr niemand etwas. Sie überredet die Kinder, mit ihr ins Wasser zu springen. Das eine nahm sie an die Hand, das andere band sie auf ihren Rücken. Hätte sie dagegen auf Gott vertraut, hätte er ihr wohl auch gegeben.
*Niemand sollte verzagen, wie es jene junge Witwe getan hat, die zwei Kinder, aber keinen Heller Geld hatte. Sie bettelte, aber weil sie jung war, gab ihr niemand etwas. Sie überredet die Kinder, mit ihr ins Wasser zu springen. Das eine nahm sie an die Hand, das andere band sie auf ihren Rücken. Hätte sie dagegen auf Gott vertraut, hätte er ihr wohl auch gegeben.
Anm.: Noricus nennt hier in der Randglosse als Quelle „Manlius“, also die Locorum communium collectanea des Johannes Manlius von 1563.
Anm.: Noricus nennt hier in der Randglosse als Quelle „Manlius“, also die "Locorum communium collectanea" des Johannes Manlius von 1563.
Repertorium deutschsprachiger Ehelehren der Frühen Neuzeit, hrsg. v. Erika Kartschoke. Berlin 1996, Nr. 66, S. 151-154.
Repertorium deutschsprachiger Ehelehren der Frühen Neuzeit, hrsg. v. Erika Kartschoke. Berlin 1996, Nr. 66, S. 151-154.
[http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000009241 Walter Behrendt: Lehr-, Wehr- und Nährstand. Haustafelliteratur und Dreiständelehre im 16. Jahrhundert. Berlin 2009], S. 276-290.
zum Witwen-Kapitel:
Doreen Fischer: "Witwe" als weiblicher Lebensentwurf in deutschen Texten des 13. bis 16. Jahrhunderts. Frankfurt am Main 2002, S. 202-204