Änderungen

Ostendorfer
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Eine kurze ordentliche Summa
 
Eine kurze ordentliche Summa
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Regensburg: 1547
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Regensburg: Hans Kohl 1547
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Regensburg SB: 999 IM/ Rat civ 675; New York Union Theol. Seminary
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Regensburg SB: 999 IM/ Rat civ 675; New York Union Theol. Seminary: Burke Lib. Van Ess 1 Nr. 132
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(mit Holzschnitten von Schäufelein und Ostendorfer)
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(im VD16 fälschlich mit nur 16 Blatt, anstatt "116 p.", vgl. Opac der Columbia University Libraries)
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(Ob die Texte der beiden Exemplare wirklich gleich sind, muss erst noch geprüft werden, denn für den in New York sind nur 16 Bl. angegeben, für den in Regensburg 58 Bl.)
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Regensburg: Johann Khol 1552
 
Regensburg: Johann Khol 1552
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'''VD 16-Nr.''': -
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Eine kurze ordentliche Summa der rechten wahren Lehre
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Regensburg: Johann Khol 1555
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Augsburg SuStB (Th Ex 587; Th Pr 1635)
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digital in Wolfenbüttel HAB
 
digital in Wolfenbüttel HAB
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(ohne die Vorrede von Gallus)
 
(ohne die Vorrede von Gallus)
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Tübingen UB
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digital München BSB
 
digital München BSB
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(unterscheidet sich von K 2668 nur durch ein anders geschriebenes Wort: "außzug" anstatt "Auszug")
 
(unterscheidet sich von K 2668 nur durch ein anders geschriebenes Wort: "außzug" anstatt "Auszug")
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Summa: Was ein jeder Mensch wissen, gleuben vnd thun sol, der zu Gott kommen vnd selig werden wil.  
 
Summa: Was ein jeder Mensch wissen, gleuben vnd thun sol, der zu Gott kommen vnd selig werden wil.  
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Erfurt: Baumann, Georg  1559
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Erfurt: Georg Baumann 1559
    
digital Heidelberg UB
 
digital Heidelberg UB
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Regensburg: Johann Burger 1573
 
Regensburg: Johann Burger 1573
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(im VD16 ohne Standort)
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(im VD16 ohne Standort, nach Hollstein Bd. XXXI, Nr. 67 "Regensburg Kreisbibliothek", heute: Staatliche Bibliothek, jedoch nicht im BVB verzeichnet)
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'''VD 16-Nr.:''' -
 
'''VD 16-Nr.:''' -
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Ordendliche Vnd kurtze summa
    
Regensburg: Johann Burger 1587
 
Regensburg: Johann Burger 1587
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Brüggemann/Brunken HKJL I (403)
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London BL (3505.bb.14)
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(bisher kein Exemplar nachgewiesen)
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Die Ausgaben mit dem Titel "Eine kurze ordentliche Summa" werden im VD16 als anonym geführt, und Nikolaus Gallus darin nur als Beiträger. Die Ausgaben mit dem Titel "Summa: Was ein jeder Mensch wissen, glauben und tun soll" dagegen erscheinen im VD 16 unter dem Autor "Nikolaus Gallus".
 
Die Ausgaben mit dem Titel "Eine kurze ordentliche Summa" werden im VD16 als anonym geführt, und Nikolaus Gallus darin nur als Beiträger. Die Ausgaben mit dem Titel "Summa: Was ein jeder Mensch wissen, glauben und tun soll" dagegen erscheinen im VD 16 unter dem Autor "Nikolaus Gallus".
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Der kurze Artikel im "Handbuch der Kinder- und Jugendliteratur" von Brüggemann/Brunken, Bd. 1, Stuttgart 1987, Nr. 403 erkennt in dem Text Anklänge aus den "Nürnberger Kinderpredigten", also aus "Catechismus oder Kinderpredigt" von Andreas Osiander (1533).
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Der kurze Artikel im "Handbuch der Kinder- und Jugendliteratur" von Brüggemann/Brunken, Bd. 1, Stuttgart 1987, Nr. 403 erkennt in dem Text Anklänge aus den "Nürnberger Kinderpredigten", also aus "Catechismus oder Kinderpredigt" von Andreas Osiander (1533 u. ö.).
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Die Tatsache, dass es von Nikolaus Gallus einen anders aufgebauten Text mit dem Titel "Catechismus predigtweise gestelt... das ist Ordentliche Summa christlicher lere", Regensburg: Hans Kohl 1554 (VD16: G 277), gibt, spricht eher dagegen, dass auch "Eine kurze ordentliche Summa" von Gallus stammt.
    
Die Autorschaft für den vorliegenden Text bleibt somit bisher ungeklärt.
 
Die Autorschaft für den vorliegenden Text bleibt somit bisher ungeklärt.
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== '''weitere Autoren, Übersetzer, Herausgeber etc.:''' ==
 
== '''weitere Autoren, Übersetzer, Herausgeber etc.:''' ==
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Justus Menius wird auf dem Titelblatt als Verfasser der "Oeconomia christiana", einer Hauslehre von 1529 genannt, die als Auszug am Ende angefügt sei (ab Bl. F8r). Aber der hier gebotene "Auszug" aus Menius' Schrift ist so stark reduziert, dass man diese Kurzfassung der "Oeconomia christiana" eher als einen eigenständigen, hier integrierten Text auffassen muss. Die Hauslehre beschränkt sich auf wenige Anweisungen an den Hausvater und noch kürzere Kapitel von nur wenigen Sätzen zu den Ehefrauen, den Eltern, den Kindern, den Hausherren und dem Gesinde.
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Justus Menius wird auf dem Titelblatt als Verfasser der [[M 4541: Menius, Justus; Oeconomia christiana| "Oeconomia christiana"]], einer Hauslehre von 1529 genannt, die als Auszug am Ende angefügt sei (ab Bl. F8r). Aber der hier gebotene "Auszug" aus Menius' Schrift ist so stark reduziert, dass man diese Kurzfassung der "Oeconomia christiana" eher als einen eigenständigen, hier integrierten Text auffassen muss. Die Hauslehre beschränkt sich auf wenige Anweisungen an den Hausvater und noch kürzere Kapitel von nur wenigen Sätzen zu den Ehefrauen, den Eltern, den Kindern, den Hausherren und dem Gesinde.
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Nikolaus Han (Gallus) (Autor der Vorrede Bl. A1v)
 
Nikolaus Han (Gallus) (Autor der Vorrede Bl. A1v)
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Michael Ostendorfer (Holzschnitte, s. unter "Illustrationen")
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== '''Inhalt:''' ==
 
== '''Inhalt:''' ==
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A1v [Vorrede von Nicolaus Han]
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Der Hauptteil des Textes besteht aus drei Abschnitten, die in den Überschriften durch Rotdruck hervorgehoben werden: 1. Gesetz, Ursprung der Sünde und Buße, 2. Evangelium und Glaube, 3. die guten Werke. Danach folgt noch ein Glaubensbekenntnis und der "Auszug aus der Oeconomia christiana".
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A2r Volget in dreyen vnterschidlichen haubt leren Was ein yeder mensch wissen, glauben vnd thun sol, der nach disem zeytlichen leben zu Gott kummen vnd Selig werden will.
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Bl. A1v [Vorrede von Nicolaus Han]
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A2v [rot] Die erste lere ist vom Gesatze auch der sünden vrsprung vnd der Busse. [schwarz] Der erbsünden vrsprung  
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Bl. A2r Volget in dreyen vnterschidlichen haubt leren Was ein yeder mensch wissen, glauben vnd thun sol, der nach disem zeytlichen leben zu Gott kummen vnd Selig werden will.
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Bl. A2v [rot] Die erste lere ist vom Gesatze auch der sünden vrsprung vnd der Busse. [schwarz] Der erbsünden vrsprung  
    
[Holzschnitt: Adam und Eva]
 
[Holzschnitt: Adam und Eva]
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A3r-A4v Text
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Bl. A3r-A4v Text
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A5r Die würcklichen sünde.  
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Bl. A5r Die würcklichen sünde.  
    
[Holzschnitt: Ehebruch, Mord, Diebstahl, Abgötterei]
 
[Holzschnitt: Ehebruch, Mord, Diebstahl, Abgötterei]
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A5v-A6r Text
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Bl. A5v-A6r Text
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A6v Der Sünden straff.  
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Bl. A6v Der Sünden straff.  
    
[Holzschnitt: Mensch flieht vor Personifikationen von Sünde, Tod und Teufel]
 
[Holzschnitt: Mensch flieht vor Personifikationen von Sünde, Tod und Teufel]
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A7r-A7v  Text
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Bl. A7r-A7v  Text
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A8r Das gesetz Leret nur erkennen Was sünde sey  
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Bl. A8r Das gesetz Leret nur erkennen Was sünde sey  
 
   
 
   
 
[Holzschnitt: Mensch zwischen Personifikationen von Gesetz, Sünde, Tod unf Teufel]
 
[Holzschnitt: Mensch zwischen Personifikationen von Gesetz, Sünde, Tod unf Teufel]
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A8v-B4v Text
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Bl. A8v-B4v Text
 
    
 
    
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B5r [rot] Volget die ander lere vom Euangelio vnd dem glauben. [schwarz] Allein die Werck Christi haben vns vergebung vnserer sünden vnd die seligkeyt verdient.  
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Bl. B5r [rot] Volget die ander lere vom Euangelio vnd dem glauben. [schwarz] Allein die Werck Christi haben vns vergebung vnserer sünden vnd die seligkeyt verdient.  
    
[Holzschnitt: links Stall von Bethlehem, in der Mitte der Gekreuzigte, rechts Auferstehung Jesu]
 
[Holzschnitt: links Stall von Bethlehem, in der Mitte der Gekreuzigte, rechts Auferstehung Jesu]
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B5v-C2r Text
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Bl. B5v-C2r Text
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C2v Durch den glauben werden Wir des verdiensts Christi tailhafftig.
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Bl. C2v Durch den glauben werden Wir des verdiensts Christi tailhafftig.
    
[Holzschnitt: Mensch zwischen Werkgerechtigkeit und Vernunft auf der einen Seite und Christus auf der anderen.]
 
[Holzschnitt: Mensch zwischen Werkgerechtigkeit und Vernunft auf der einen Seite und Christus auf der anderen.]
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C3r-C4r Text
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Bl. C3r-C4r Text
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C4v Der glaub kompt auß der Predig Göttlichs Worts  
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Bl. C4v Der glaub kompt auß der Predig Göttlichs Worts  
    
[Holzschnitt: Predigt in einer Kirche, darüber die Taube des Heiligen Geistes]
 
[Holzschnitt: Predigt in einer Kirche, darüber die Taube des Heiligen Geistes]
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C5r-C6r Text
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Bl. C5r-C6r Text
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C6v Das sacrament der Tauff dadurch Wir erstlich zu Christen gemacht vn(d) geistlich new geborn werde(n).  
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Bl. C6v Das sacrament der Tauff dadurch Wir erstlich zu Christen gemacht vn(d) geistlich new geborn werde(n).  
    
[Holzschnitt: Szene einer Kindertaufe]
 
[Holzschnitt: Szene einer Kindertaufe]
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C7r-D3v Text
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Bl. C7r-D3v Text
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D4r Das Amt der schlüsseln dardurch Wir wider auffgericht vn(d) angenommen werden so wir gefallen sind.  
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Bl. D4r Das Amt der schlüsseln dardurch Wir wider auffgericht vn(d) angenommen werden so wir gefallen sind.  
    
[Holzschnitt: Szene einer Beichte in der Kirche]
 
[Holzschnitt: Szene einer Beichte in der Kirche]
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D4v-D6v Text
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Bl. D4v-D6v Text
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D7r Das Sacrament des Herrn Abentmals, dardurch Wir gesterckt werden, so wir stehen, vnd wider die anfechtung streitten
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Bl. D7r Das Sacrament des Herrn Abentmals, dardurch Wir gesterckt werden, so wir stehen, vnd wider die anfechtung streitten
    
[Holzschnitt: zwei Geistliche reichen das Abendmahl, der eine links den Kelch, der andere rechts das Brot]
 
[Holzschnitt: zwei Geistliche reichen das Abendmahl, der eine links den Kelch, der andere rechts das Brot]
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D7v-E3v Text
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Bl. D7v-E3v Text
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E4r [rot] Volget Die dritte lere von guten wercken. [schwarz] Gute werck sind des glaube(n)s frucht vnd zeügen  
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Bl. E4r [rot] Volget Die dritte lere von guten wercken. [schwarz] Gute werck sind des glaube(n)s frucht vnd zeügen  
    
[Holzschnitt: Landschaft, verschiedene Menschen, die Bettlern Almosen geben, darüber in den Wolken Gott]
 
[Holzschnitt: Landschaft, verschiedene Menschen, die Bettlern Almosen geben, darüber in den Wolken Gott]
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E5r-E8r Text
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Bl. E5r-E8r Text
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E8v Der Christen Zeitlich Creütz alhie, vnd ewige Freüde im Himel  
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Bl. E8v Der Christen Zeitlich Creütz alhie, vnd ewige Freüde im Himel  
    
[Holzschnitt: Verschiedene Hinrichtungsszenen, darüber in den Wolken Gott mit der Schar der Seligen]
 
[Holzschnitt: Verschiedene Hinrichtungsszenen, darüber in den Wolken Gott mit der Schar der Seligen]
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F1r-F4v Text
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Bl. F1r-F4v Text
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F5r [rot] Ein Kurtze Christenliche bekantnuß [schwarz] für junge Kinder vnd einfeltige menschen.
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F5v-F6v Text
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Bl. F5r [rot] Ein Kurtze Christenliche bekantnuß [schwarz] für junge Kinder vnd einfeltige menschen.
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F7r Ein Kurtzer außzug auß der Christlichen Oeconomia Justi Menii, wie man wol vn(d) Gotselig haußhalten solle.  
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Bl. F5v-F6v Text
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Bl. F7r Ein Kurtzer außzug auß der Christlichen Oeconomia Justi Menii, wie man wol vn(d) Gotselig haußhalten solle.  
    
[Holzschnitt: Hausvater sitzt an einem Tisch mit geöffnetem Buch, um den Tisch Familie und Gesinde
 
[Holzschnitt: Hausvater sitzt an einem Tisch mit geöffnetem Buch, um den Tisch Familie und Gesinde
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F7v [Holzschnitt: Gott als Herrscher mit Krone, Szepter und Reichsapfel]
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Bl. F7v [Holzschnitt: Gott als Herrscher mit Krone, Szepter und Reichsapfel]
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F8r VNterricht Wie man Christlich vnnd  Gottselig haußhalten vnd warauff das Haußhalten gericht sein solle, in vnterschidliche Capitel außgetailt. Das erst Capitel ist Warumb Gott die haußhaltung hat eingesetzt vnnd warzu sie fürnemlich dienen solle.
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Bl. F8r VNterricht Wie man Christlich vnnd  Gottselig haußhalten vnd warauff das Haußhalten gericht sein solle, in vnterschidliche Capitel außgetailt. Das erst Capitel ist Warumb Gott die haußhaltung hat eingesetzt vnnd warzu sie fürnemlich dienen solle.
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F8v-G3v Text
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Bl. F8v-G3v Text
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G3v Das ander Capitel ist Was dem Man in sonderheit zuthun gepüre vnd zustehe
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Bl. G3v Das ander Capitel ist Was dem Man in sonderheit zuthun gepüre vnd zustehe
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G4r-G7v Text
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Bl. G4r-G7v Text
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G7v Das dritt Capitel ist, Was dem Weib im hauß zethun gepüre vnd zustee.
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Bl. G7v Das dritt Capitel ist, Was dem Weib im hauß zethun gepüre vnd zustee.
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G8r-H1r Text
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Bl. G8r-H1r Text
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H1r Das vierdt Capitel ist, wie man kinder ziehen soll
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Bl. H1r Das vierdt Capitel ist, wie man kinder ziehen soll
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H2r-H3r Text
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Bl. H2r-H3r Text
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H3r Das fünfft Capitel  ist, Wie sich die kinder halten sollen
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Bl. H3r Das fünfft Capitel  ist, Wie sich die kinder halten sollen
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H3r-H4v Text
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Bl. H3r-H4v Text
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H4v Das sechst Capitel ist, Wie man sich gegen den Ehalten vnd haußgesind halten soll.
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Bl. H4v Das sechst Capitel ist, Wie man sich gegen den Ehalten vnd haußgesind halten soll.
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H5r-H6r Text
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Bl. H5r-H6r Text
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H6r Das sibend Capitel ist, Was den Ehalden zethun gepürt oder zustee.
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Bl. H6r Das sibend Capitel ist, Was den Ehalden zethun gepürt oder zustee.
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H6r-H8r Text
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Bl. H6r-H8r Text
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== '''Illustrationen:''' ==
 
== '''Illustrationen:''' ==
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Der Titelholzschnitt zeigt das Wappen von Regensburg, zwei gekreuzte Schlüssel. (In der Ausgabe von 1558, die der Drucker Hans Kohl in Heidelberg herausgebracht (VD16: K 2667) hat, hat er diesen Titelholzschnitt und die Vorrede von Nikolaus Gallus weggelassen).
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Die Holzschnitte stammen von Michael Ostendorfer (um 1490 - 1559) (nach: Hollstein, German engravings, Bd. XXXI (zusammengest. von Robert Zijlma), Roosendaal 1991, S. 12ff.). Sie sind bei Hollstein einzeln verzeichnet (Nr. 67, 1-14), aber nicht abgebildet. Dagegen findet man unter der Nr. 67, 1-14 (S. 14-19) andere Ausführungen derselben Motive, die Ostendorfer später angefertigt und zum Teil auch mit seinem Monogramm signiert hat. Hollstein weist zahlreiche Wiederverwendungen dieser Holzschnitte nach.
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Der Titelholzschnitt zeigt das Wappen von Regensburg, zwei gekreuzte Schlüssel. (In der Ausgabe von 1558, die der Drucker Hans Kohl in Heidelberg herausgebracht hat (VD16: K 2667), hat er diesen Titelholzschnitt und die Vorrede von Nikolaus Gallus weggelassen).
    
Die Holzschnitte am Anfang jedes Kapitels dieses Drucks sind mit erläuternden Stichworten zu den allegorischen Figuren versehen. Jeder Holzschnitt steht unterhalb der Überschrift zu dem je folgenden Kapitel und nimmt zusammen mit der Überschrift eine ganze Seite ein. Wären die Holzschnitte ohne den jeweils nachfolgenden Text erschienen, würde man von einem "Figurenband" sprechen.
 
Die Holzschnitte am Anfang jedes Kapitels dieses Drucks sind mit erläuternden Stichworten zu den allegorischen Figuren versehen. Jeder Holzschnitt steht unterhalb der Überschrift zu dem je folgenden Kapitel und nimmt zusammen mit der Überschrift eine ganze Seite ein. Wären die Holzschnitte ohne den jeweils nachfolgenden Text erschienen, würde man von einem "Figurenband" sprechen.
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Bl. A5r Links eine Haus, im Hauseingang umarmt sich ein Paar, rechts vor dem Haus knien mehrere Personen vor einer Säule mit einer Statue. Im Hintergrund erschlägt ein Mann mit einem Schwert einen anderen, der am Boden liegt, und noch weiter im Hintergrund zieht ein Mann einem Schlafenden etwas aus den Kleidern. Ohne Beschriftung.
 
Bl. A5r Links eine Haus, im Hauseingang umarmt sich ein Paar, rechts vor dem Haus knien mehrere Personen vor einer Säule mit einer Statue. Im Hintergrund erschlägt ein Mann mit einem Schwert einen anderen, der am Boden liegt, und noch weiter im Hintergrund zieht ein Mann einem Schlafenden etwas aus den Kleidern. Ohne Beschriftung.
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Bl. A6v Rechts eine Art Meerungeheuer mit riesigem geöffnetem Maul ("Hell"), darin ein gehörntes Wesen ("Tevfel") und ein Gerippe ("Tod"), links versucht ein Mensch zu fliehen ("Mensch"), wird aber von einer Frau mit zerzausten Haaren festgehalten ("Synd"). Darüber Gott mit Krone und Reichsapfel, der aus den Wolken herabsieht.
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Bl. A6v Rechts eine Art Meerungeheuer mit riesigem geöffnetem Maul ("Hell"), das den Eingang der Hölle darstellt, darin ein gehörntes Wesen ("Tevfel") und ein Gerippe ("Tod"). Links versucht ein Mensch zu fliehen ("Mensch"), wird aber von einer Frau mit zerzausten Haaren festgehalten ("Synd"). Darüber Gott mit Krone und Reichsapfel, der aus den Wolken herabsieht.
    
Bl. A8r Rechts das aufgesperrte Maul desselben Ungeheuers ("Hell"), aus dem der Teufel heraussteigt, in der Mitte sitzend ein nackter Mann mit gefalteten Händen ("Mensch"), hinter ihm das Gerippe ("Tod"), das die Sanduhr emporhält, links neben ihm eine Frauengestalt mit entblößten Beinen ("Sint"), links neben ihr der gehörnte Moses mit den Gesetzestafeln ("Gesecz").
 
Bl. A8r Rechts das aufgesperrte Maul desselben Ungeheuers ("Hell"), aus dem der Teufel heraussteigt, in der Mitte sitzend ein nackter Mann mit gefalteten Händen ("Mensch"), hinter ihm das Gerippe ("Tod"), das die Sanduhr emporhält, links neben ihm eine Frauengestalt mit entblößten Beinen ("Sint"), links neben ihr der gehörnte Moses mit den Gesetzestafeln ("Gesecz").
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Bl. B5r Links der Stall von Bethlehem mit der Krippe ("Christi Menschwerdung"), in der Mitte der Gekreuzigte ("Sterben"), rechts der auferstandene Christus mit der Lanze, unter seinen Füßen der Teufel und der Tod ("Auferstevng").
 
Bl. B5r Links der Stall von Bethlehem mit der Krippe ("Christi Menschwerdung"), in der Mitte der Gekreuzigte ("Sterben"), rechts der auferstandene Christus mit der Lanze, unter seinen Füßen der Teufel und der Tod ("Auferstevng").
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Bl. C2v links Ungeheuer als Personifikation der Hölle, ein Gerippe darin ergreift einen Mann ("Werck"), daneben eine Frau mit verbundenen Augen ("Vernunfft"), in der Mitte sitzender nackter Mann ("Mensch"), hinter ihm Moses, der auf den Gekreuzigten rechts deutet ("Evangelivm"), hinter beiden ein Baum, der links verdorrt ist und rechts grünt; rechts der Gekreuzigte.
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Bl. C2v links Ungeheuer als Personifikation der Hölle, ein Gerippe darin ergreift einen Mann ("Werck"), daneben eine Frau mit verbundenen Augen und einer Laterne ("Vernunfft"), in der Mitte sitzender nackter Mann ("Mensch"), hinter ihm Moses, der auf den Gekreuzigten rechts deutet ("Glaub"), hinter beiden ein Baum, der links verdorrt ist und rechts grünt; rechts der Gekreuzigte.
 
Zum Motiv des zur Hälfte verdorrten, zur anderen Hälfte grünenden Baumes vgl. Heimo Reinitzer: Gesetz und Evangelium. Über ein reformatorisches Bildthema, Tradition, Funktion und Wirkungsgeschichte. Hamburg 2006.
 
Zum Motiv des zur Hälfte verdorrten, zur anderen Hälfte grünenden Baumes vgl. Heimo Reinitzer: Gesetz und Evangelium. Über ein reformatorisches Bildthema, Tradition, Funktion und Wirkungsgeschichte. Hamburg 2006.
  
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