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Has, Kunz
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Nürnberg: Nikolaus Knorr [ca. 1580]
 
Nürnberg: Nikolaus Knorr [ca. 1580]
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(im VD16 ohne Standort)
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Krakau BJ Yg 5480 (ehemals Berlin SB)
 
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Stuttgart WLB: D.D.oct K 1114; Krakau BJ Yg 5480 (ehemals Berlin SB)
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London BL: 11515a.50 (11)  
 
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Hier beginnt nun der Hauptteil des Gedichtes, in dem dem Ich-Erzähler Fragen gestellt werden und er um Auskunft über den Zustand der oberen Welt gebeten wird. Zuerst spricht er über die Misere der Kaufleute, die auf ihren Waren sitzen bleiben, weil nicht genug Geld im Land sei, so dass sie durch ihre festen Kosten am Ende gezwungen werden, ihr Geschäft aufzugeben. Dann kommt die Sprache auf das Geldwesen, das von verbreiteter Münzfälschung betroffen sei. Die dritte Frage gilt den Frauen, von denen der Erzähler ebenfalls nur Negatives berichten kann, denn Unkeuschheit und Ehebruch gebe es nun überall. Die Ehemänner seien keinesfalls besser, und auch nicht Priester und Obrigkeit, die das Treiben eigentlich unterbinden müssten. Dann wird der Erzähler nach Klagen über die Richter gefragt, die von ihm genauso gescholten werden, weil Arme, die kein Geld für Bestechung hätten, niemals ihr Recht bekämen.  
 
Hier beginnt nun der Hauptteil des Gedichtes, in dem dem Ich-Erzähler Fragen gestellt werden und er um Auskunft über den Zustand der oberen Welt gebeten wird. Zuerst spricht er über die Misere der Kaufleute, die auf ihren Waren sitzen bleiben, weil nicht genug Geld im Land sei, so dass sie durch ihre festen Kosten am Ende gezwungen werden, ihr Geschäft aufzugeben. Dann kommt die Sprache auf das Geldwesen, das von verbreiteter Münzfälschung betroffen sei. Die dritte Frage gilt den Frauen, von denen der Erzähler ebenfalls nur Negatives berichten kann, denn Unkeuschheit und Ehebruch gebe es nun überall. Die Ehemänner seien keinesfalls besser, und auch nicht Priester und Obrigkeit, die das Treiben eigentlich unterbinden müssten. Dann wird der Erzähler nach Klagen über die Richter gefragt, die von ihm genauso gescholten werden, weil Arme, die kein Geld für Bestechung hätten, niemals ihr Recht bekämen.  
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Die drei weisen Männer erklären dem Erzähler, dass der Grund für alle Missstände darin liege, dass niemand mehr Bauer sein wolle. Viele betätigten sich improvisierend als Handwerker, was sie gar nicht gelernt hätten. Wenn er die Regierungsmacht inne hätte, dann müsse er zuerst dafür sorgen, dass auf dem Land kein Handel mehr getrieben werde, sondern allein in der Stadt. Auch die Schwierigkeiten der Kaufleute hätten damit begonnen, dass die Schneider Tuch verkauften. Durch den Buchdruck kämen jetzt viele einfache Leute auf die Idee, Gewerbe zu betreiben, die ihnen gar nicht zukämen, etwa als Krämer, die übers Land zögen und billiges Zeug verkauften, wodurch die Kaufleute ihre Arbeit verlören. Auch das Münzwesen müsse viel genauer kontrolliert werden. Was die Frauen betrifft, gelte es, für eine sorgfältigere Erziehung der Töchter zu sorgen, die den Kontakt mit der Öffentlichkeit so weit als möglich meiden sollten. Bei den den untreuen Juristen dagegen helfe nur die Hoffnung, dass die Einsicht in die Notwendigkeit von gerechten Verhältnissen und die Sorge um das eigene Seelenheil zu einer Besserung führten.  
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Die drei weisen Männer erklären dem Erzähler, dass der Grund für alle Missstände darin liege, dass niemand mehr Bauer sein wolle. Viele betätigten sich improvisierend als Handwerker, was sie gar nicht gelernt hätten. Wenn er die Regierungsmacht inne hätte, dann müsse er zuerst dafür sorgen, dass auf dem Land kein Handel mehr getrieben werde, sondern allein in der Stadt. Auch die Schwierigkeiten der Kaufleute hätten damit begonnen, dass die Schneider Tuch verkauften. Durch den Buchdruck kämen jetzt viele einfache Leute auf die Idee, Gewerbe zu betreiben, die ihnen gar nicht zukämen, etwa als Krämer, die übers Land zögen und billiges Zeug verkauften, wodurch die Kaufleute ihre Arbeit verlören. Auch das Münzwesen müsse viel genauer kontrolliert werden. Was die Frauen betrifft, gelte es, für eine sorgfältigere Erziehung der Töchter zu sorgen, die den Kontakt mit der Öffentlichkeit so weit als möglich meiden sollten. Bei den untreuen Juristen dagegen helfe nur die Hoffnung, dass die Einsicht in die Notwendigkeit von gerechten Verhältnissen und die Sorge um das eigene Seelenheil zu einer Besserung führten.  
    
Danach wird der Erzähler wieder von der Wasserfrau aus dem Unterwasser-Palast herausgeführt, mit dem Auftrag, den Mächtigen der Welt die erfahrenen Weisheiten weiterzuvermitteln.
 
Danach wird der Erzähler wieder von der Wasserfrau aus dem Unterwasser-Palast herausgeführt, mit dem Auftrag, den Mächtigen der Welt die erfahrenen Weisheiten weiterzuvermitteln.
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E. Matthias, 1888, s.o. unter “Edition”
 
E. Matthias, 1888, s.o. unter “Edition”
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[[category:Drucke]]

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