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== '''Historischer Kontext:''' ==
 
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A. L. Stiefel (Eine unbekannte Nachahmung der Dramenübersetzungen Albrechts von Eyb. In: Zeitschrift für deutsches Altertum 36 (1892), S. 225-233) hat darauf hingewiesen, dass sich Steyndörffer mit seiner Prosa-Übersetzung des lateinischen Spiels ganz offenbar an dem Vorbild der Dramen-Übersetzungen Albrechts von Eyb orientiert, es gibt sonst nicht sehr viele Prosa-Dramen in deutscher Sprache im 16. Jahrhundert. Steyndörffer nimmt als Vorlage eine Schwankerzählung, wie sie auch in den Cent nouvelles nouvelles und in Poggios Fazetien vorliegt, möglicherweise in einer anderen, heute nicht mehr bekannten Version. Die Schwankhandlung versetzt er in die Form eines ehedidaktischen Dramas, genauer gesagt handelt es sich um einen Vater-Sohn-Konflikt bei der Brautwahl. Während aber der Schwank mit einer entlarvenden Pointe endet, kommt im Drama das Paar, das anfangs ohne Zustimmung der Eltern die Ehe eingehen wollte, trotz des Widerstands der Eltern am Ende zusammen. Dies, obwohl in dem Spiel mehrmals – und durchaus ernsthaft – die Wichtigkeit der elterlichen Autorität bei der Brautfindung betont wird.  
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A. L. Stiefel (Eine unbekannte Nachahmung der Dramenübersetzungen Albrechts von Eyb. In: Zeitschrift für deutsches Altertum 36 (1892), S. 225-233) hat darauf hingewiesen, dass sich Steyndörffer mit seiner Prosa-Übersetzung des lateinischen Spiels ganz offenbar an dem Vorbild der Dramen-Übersetzungen Albrechts von Eyb orientiert, es gibt sonst nicht sehr viele Prosa-Dramen in deutscher Sprache im 16. Jahrhundert. Steyndörffer nimmt als Vorlage eine Schwankerzählung, wie sie auch in den ''Cent nouvelles nouvelles'' und in Poggios ''Fazetien'' vorliegt, möglicherweise in einer anderen, heute nicht mehr bekannten Version. Die Schwankhandlung versetzt er in die Form eines ehedidaktischen Dramas, genauer gesagt handelt es sich um einen Vater-Sohn-Konflikt bei der Brautwahl. Während aber der Schwank mit einer entlarvenden Pointe endet, kommt im Drama das Paar, das anfangs ohne Zustimmung der Eltern die Ehe eingehen wollte, trotz des Widerstands der Eltern am Ende zusammen. Dies, obwohl in dem Spiel mehrmals – und durchaus ernsthaft – die Wichtigkeit der elterlichen Autorität bei der Brautfindung betont wird.  
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Steyndörffers Familie und er selbst gehörte sicher zur protestantischen Mehrheit der Erfurter Bevölkerung, wenn sich auch nichts spezifisch Protestantisches in seinem Drama erkennen lässt, bis eben auf das besondere Interesse für das Problem der Ehe, das in der lutherischen Bewegung in dieser Zeit einen immer größeren Stellenwert bekam.
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Steyndörffers Familie und er selbst gehörten sicher zur protestantischen Mehrheit der Erfurter Bevölkerung, wenn sich auch nichts spezifisch Protestantisches in seinem Drama erkennen lässt, bis eben auf das besondere Interesse für das Problem der Ehe, das in der lutherischen Bewegung in dieser Zeit einen immer größeren Stellenwert bekam.
     

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