Änderungen

interner Link und weitere Ausgabe
Zeile 33: Zeile 33:     
Görlitz: Ambrosius Fritsch 1589
 
Görlitz: Ambrosius Fritsch 1589
 +
 +
[http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-310567 digital in Halle ULB]
 +
 +
 +
 +
'''VD 16-Nr.:''' ZV 28188
 +
 +
Wittenberg: Johann Krafft (um 1590
 +
       
}}
 
}}
 +
 
== '''VD16-Link''' ==
 
== '''VD16-Link''' ==
    
[http://gateway-bayern.bib-bvb.de/aleph-cgi/bvb_suche?sid=VD16&find_code_1=WVD&find_request_1=R%203240 R 3240]
 
[http://gateway-bayern.bib-bvb.de/aleph-cgi/bvb_suche?sid=VD16&find_code_1=WVD&find_request_1=R%203240 R 3240]
 +
 +
    
== '''Autor:''' ==
 
== '''Autor:''' ==
Zeile 53: Zeile 65:     
Die Leichenpredigt von Friedrich Roth, der übrigens wohl nicht mit Heinrich Roth verwandt ist (Friedrichs Vater war der Eislebener Pfarrer Johann Roth, für den Heinrich Roth 1568 die Leichenpredigt gehalten hatte), gibt keine Auskunft über die Jugend von Heinrich Roth. Man erfährt aber, dass er verheiratet war und dass er auch Kinder hinterließ, die noch jung waren. Diese Leichenpredigt wurde der Neuauflage einer Sammlung von Leichenpredigten von 1566 zugefügt, die Heinrich Roth zu Zeiten der Pest in Sangerhausen selbst gehalten hatte. Heinrich Roth: Leichpredigten. Halle 1578 (VD 16: R 3247).
 
Die Leichenpredigt von Friedrich Roth, der übrigens wohl nicht mit Heinrich Roth verwandt ist (Friedrichs Vater war der Eislebener Pfarrer Johann Roth, für den Heinrich Roth 1568 die Leichenpredigt gehalten hatte), gibt keine Auskunft über die Jugend von Heinrich Roth. Man erfährt aber, dass er verheiratet war und dass er auch Kinder hinterließ, die noch jung waren. Diese Leichenpredigt wurde der Neuauflage einer Sammlung von Leichenpredigten von 1566 zugefügt, die Heinrich Roth zu Zeiten der Pest in Sangerhausen selbst gehalten hatte. Heinrich Roth: Leichpredigten. Halle 1578 (VD 16: R 3247).
 +
 +
    
== '''Beiträger:''' ==
 
== '''Beiträger:''' ==
Zeile 83: Zeile 97:  
Gaubisch, Urban
 
Gaubisch, Urban
 
   
 
   
        Zeile 96: Zeile 109:     
Wolfenbüttel HAB
 
Wolfenbüttel HAB
        Zeile 120: Zeile 132:     
Dagegen hat im zweiten Teilband nur das erste Kapitel, das vom Sakrament des Abendmahls handelt, einleitend eine Abbildung.
 
Dagegen hat im zweiten Teilband nur das erste Kapitel, das vom Sakrament des Abendmahls handelt, einleitend eine Abbildung.
        Zeile 128: Zeile 139:     
Der erste Teilband ist den Grafen von Mansfeld gewidmet, der zweite Teilband dem Rat und der Bürgerschaft der Stadt Eisleben.
 
Der erste Teilband ist den Grafen von Mansfeld gewidmet, der zweite Teilband dem Rat und der Bürgerschaft der Stadt Eisleben.
 +
      Zeile 138: Zeile 150:     
Heinrich Roth selbst stellt in seiner darauf folgenden Vorrede vom 29. September 1572 zum ersten Teilband (Bl. g1r - i3v) am Ende fest, dass er an der ganzen Diskussion nicht interessiert sei. Seiner Meinung nach haben die philosophischen Begriffe der "Substantia" und des "Accidens" nichts mit der Theologie zu tun, Plato und Aristoteles hätten ihren Platz in der Schule, in der Kirche sollten sie schweigen.
 
Heinrich Roth selbst stellt in seiner darauf folgenden Vorrede vom 29. September 1572 zum ersten Teilband (Bl. g1r - i3v) am Ende fest, dass er an der ganzen Diskussion nicht interessiert sei. Seiner Meinung nach haben die philosophischen Begriffe der "Substantia" und des "Accidens" nichts mit der Theologie zu tun, Plato und Aristoteles hätten ihren Platz in der Schule, in der Kirche sollten sie schweigen.
 +
 +
      Zeile 152: Zeile 166:     
[http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000009241 Walter Behrendt: Lehr-, Wehr- und Nährstand. Haustafelliteratur und Dreiständelehre im 16. Jahrhundert. Berlin 2009, S. 297-301].
 
[http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000009241 Walter Behrendt: Lehr-, Wehr- und Nährstand. Haustafelliteratur und Dreiständelehre im 16. Jahrhundert. Berlin 2009, S. 297-301].
 +
 +
 +
    
=='''Exempel im zweiten Band über die "Haustafel", die nicht der Bibel entnommen sind:'''==
 
=='''Exempel im zweiten Band über die "Haustafel", die nicht der Bibel entnommen sind:'''==
 +
      Zeile 189: Zeile 207:  
Dieses Lied mit zehn Strophen ist die gedruckte Fassung eines Meisterliedes von Hans Sachs (1552), die unter dem Titel "Von einem ungehorsamen Sohn" um 1555 in Nürnberg anonym erschien (zwei verschiedene Ausgaben: VD 16: S 541 und ZV 13528), mit zwei ebenfalls undatierten Nachdrucken von um 1560 (VD 16: S 542) und um 1570 (VD 16: S 543) sowie einem weiteren Nachdruck von 1579 (VD 16: ZV 11893).  
 
Dieses Lied mit zehn Strophen ist die gedruckte Fassung eines Meisterliedes von Hans Sachs (1552), die unter dem Titel "Von einem ungehorsamen Sohn" um 1555 in Nürnberg anonym erschien (zwei verschiedene Ausgaben: VD 16: S 541 und ZV 13528), mit zwei ebenfalls undatierten Nachdrucken von um 1560 (VD 16: S 542) und um 1570 (VD 16: S 543) sowie einem weiteren Nachdruck von 1579 (VD 16: ZV 11893).  
   −
Das zweite Lied ist länger, von ihm lässt sich jedoch keine andere Druckausgabe mehr ausfindig machen ([[Anhang zu R 3240: Roth, Heinrich; Catechismi Predigt|‎Textabdruck im Anhang]]). Es ist ein Zeitungslied über einen Fall von Vatermord, der sich 1569 in Lützelfluh bei Bern zugetragen hat.  
+
Das zweite Lied ist länger, es stammt aus einer [[Zzprov 00003: ; Ein schön new Lied von dem erschröcklichen Mord von zwey Jungen zu Lützelflut| Flugschrift von 1570]], von der aber kein Exemplar mehr auffindbar ist. Das einzige nachgewiesene Exemplar der Berliner Staatsbibliothek ist Kriegsverlust. Es handelt sich um ein Zeitungslied über einen Fall von Vatermord, der sich 1569 in Lützelfluh bei Bern zugetragen hat. ([[Anhang zu R 3240: Roth, Heinrich; Catechismi Predigt|‎Textabdruck im Anhang]]).
    
Das Mordopfer hieß Lorenz Kopfferschmid, war 70 Jahre alt und galt als sehr ehrsam. Er hatte zwei Söhne, die ihm Geld stahlen. Als er sie zur Rede stellte, leugneten sie. Der ältere Sohn war 20 Jahre alt. Als Vater ihn allein noch einmal daraufhin ansprach, sicherte der Sohn zu, ihm das gestohlene Geld zu zeigen, und führte den Vater auf langen Wegen durch den Wald. An einer einsamen Stelle warf er ihm jedoch einen Strick um den Hals. Der Vater versuchte, sich mit einem Messer zu befreien, aber der Sohn entriss ihm das Messer, wodurch er ihn an der Hand verletzte, und schleifte ihn zu einer Eiche, wo er ihn an einem Ast aufhängte. Aber das Blut an dem Strick erweckte bei den Leuten Verdacht. Man holte einen Richter aus Bern, der die beiden Söhne gefangen setzen ließ. Der jüngere Sohn war wohl an dem Mord unschuldig, wurde aber wegen des Diebstahls mit dem Schwert hingerichtet. Der ältere Sohn wurde gefoltert, aufs Rad gebunden, gehenkt und mit Fackeln verbrannt.  
 
Das Mordopfer hieß Lorenz Kopfferschmid, war 70 Jahre alt und galt als sehr ehrsam. Er hatte zwei Söhne, die ihm Geld stahlen. Als er sie zur Rede stellte, leugneten sie. Der ältere Sohn war 20 Jahre alt. Als Vater ihn allein noch einmal daraufhin ansprach, sicherte der Sohn zu, ihm das gestohlene Geld zu zeigen, und führte den Vater auf langen Wegen durch den Wald. An einer einsamen Stelle warf er ihm jedoch einen Strick um den Hals. Der Vater versuchte, sich mit einem Messer zu befreien, aber der Sohn entriss ihm das Messer, wodurch er ihn an der Hand verletzte, und schleifte ihn zu einer Eiche, wo er ihn an einem Ast aufhängte. Aber das Blut an dem Strick erweckte bei den Leuten Verdacht. Man holte einen Richter aus Bern, der die beiden Söhne gefangen setzen ließ. Der jüngere Sohn war wohl an dem Mord unschuldig, wurde aber wegen des Diebstahls mit dem Schwert hingerichtet. Der ältere Sohn wurde gefoltert, aufs Rad gebunden, gehenkt und mit Fackeln verbrannt.  
   −
Von dem Mordfall berichtet auch Heinrich Bullinger in einem Brief vom 13. Mai 1569. Er gibt an, die Hinrichtung sei am 3. Mai erfolgt. (Heinrich Bullinger: Die Korrespondez mit den Graubündnern, hrsg. v. Traugott Schiess, Bd. III. Basel 1904-06, (ND 1968), S. 154, Nr. 160.)  
+
Von dem Mordfall berichtet auch Heinrich Bullinger in einem Brief vom 13. Mai 1569. Er gibt an, die Hinrichtung sei am 3. Mai erfolgt. (Heinrich Bullinger: Die Korrespondenz mit den Graubündnern, hrsg. v. Traugott Schiess, Bd. III. Basel 1904-06, (ND 1968), S. 154, Nr. 160.)  
    
Eine weitere Erzählung zu diesem Fall stammt von Sigismund Schwabe: Parricidium, Görlitz 1572  (VD 16: S 4541), später noch einmal abgedruckt in dem Sammelwerk "Spiegel des menschlichen Lebens", 1587 (VD 16: S 4548) und 1588 (VD 16: S 4549).
 
Eine weitere Erzählung zu diesem Fall stammt von Sigismund Schwabe: Parricidium, Görlitz 1572  (VD 16: S 4541), später noch einmal abgedruckt in dem Sammelwerk "Spiegel des menschlichen Lebens", 1587 (VD 16: S 4548) und 1588 (VD 16: S 4549).
Zeile 224: Zeile 242:     
Bl. 795r: Der beste Gottesdienst ist, gewissenhaft seinen Beruf auszuführen. Herzog Friedrich von Sachsen sei so glücklich über Luthers Schrift zur Obrigkeit gewesen, dass er sie sich besonders prachtvoll hat binden lassen.
 
Bl. 795r: Der beste Gottesdienst ist, gewissenhaft seinen Beruf auszuführen. Herzog Friedrich von Sachsen sei so glücklich über Luthers Schrift zur Obrigkeit gewesen, dass er sie sich besonders prachtvoll hat binden lassen.
 +
 +
    
== '''Literatur:''' ==
 
== '''Literatur:''' ==
Anonymer Benutzer