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Herrscher sollen die Rechte der Untertanen achten.  
 
Herrscher sollen die Rechte der Untertanen achten.  
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*Bei Justinus liest man, ein Bauer wurde in den Kerker geworfen, weil er seines Herren Hund, der wilderte, geschlagen hatte. Der Bauer ergibt im Gefängnis dem Teufel, der ihn hinwegführte. Bald kehrte er aber zurück und berichtete, er habe die Hölle gesehen, dort stehe ein großer Stuhl, der schon für den Herrn vorbestimmt sei, weil er seinen Hund mehr liebte als die Menschen.
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*Bei Justinus liest man, ein Bauer wurde in den Kerker geworfen, weil er seines Herren Hund, der wilderte, geschlagen hatte. Der Bauer ergab im Gefängnis dem Teufel, der ihn hinwegführte. Bald kehrte er aber zurück und berichtete, er habe die Hölle gesehen, dort stehe ein großer Stuhl, der schon für den Herrn vorbestimmt sei, weil er seinen Hund mehr liebte als die Menschen.
    
S. 74 Gott straft die Tyrannen.
 
S. 74 Gott straft die Tyrannen.
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*In Basel lebte ein Kaufmann, der seine alten Hosenbänder nicht mehr anzog, und so gab seine Frau diese ihrem Knecht. Der Kaufmann sah die Hosenbänder und hegte den Verdacht, dass seine Frau ein Verhältnis mit dem Knecht habe, dass die beiden ihn umbringen und dann heiraten wollten. Eines Tages schickte er alle Hausangehörigen in die Kirche und stellte seine Frau mit dem Messer in der Hand zur Sprache. Sie war so erschreckt, dass sie nicht wusste, was sie antworten sollte. Daraufhin erstach er sie. Danach aber trieb ihn der Teufel in noch tiefere Sünde. Er setzte sich nieder, schrieb alles auf, was geschehen war, band sich das Schreiben an den Arm, stieg ins oberste Stockwerk und stürzte sich von da in den Tod.
 
*In Basel lebte ein Kaufmann, der seine alten Hosenbänder nicht mehr anzog, und so gab seine Frau diese ihrem Knecht. Der Kaufmann sah die Hosenbänder und hegte den Verdacht, dass seine Frau ein Verhältnis mit dem Knecht habe, dass die beiden ihn umbringen und dann heiraten wollten. Eines Tages schickte er alle Hausangehörigen in die Kirche und stellte seine Frau mit dem Messer in der Hand zur Sprache. Sie war so erschreckt, dass sie nicht wusste, was sie antworten sollte. Daraufhin erstach er sie. Danach aber trieb ihn der Teufel in noch tiefere Sünde. Er setzte sich nieder, schrieb alles auf, was geschehen war, band sich das Schreiben an den Arm, stieg ins oberste Stockwerk und stürzte sich von da in den Tod.
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Anm.: Übernommen wurde dieses Exempel vermutlich von Hieronymus Weller, der diese Geschichte ohne Namen wiedergibt. Zugrunde liegt jedoch der Mord- und Selbstmordfall Christoph Baumgartens, der sich am 4. August 1532 in Basel ereignet hatte. Luther berichtet davon in seinen Tischreden WA TR 5, Nr. 6933, auch er allerdings ohne Namen zu nennen. In Luthers Bericht aber hatte die Ehefrau den Ehebruch gestanden, als sie mit dem Messer bedroht wurde. In der Version, der Weller folgt, besteht der Ehebruch nur in der verblendeten Phantasie des Mannes. Christoph Baumgarten brachte zudem nicht nur seine Frau, sondern auch sein Kind um, aus Angst vor der Schande, ein „Hurenkind“ zu haben. Vgl. Rudolf Schenda, Artikel „Mordgeschichten“. In: EM Bd. 9 (1999), Sp. 885. J. Stumpf, Schweizer und Reformationschronik, hrsg. Ernst Gagliardi, H. Müller und P. Büsser, Bd. 2, Basel 1955, S. 287-290. Auf diese Geschichte verweist Luther auch in der Hochzeitspredigt für Herzog Philipp von Pommern von 1536, um vor den Listen des Teufels zu warnen (WA 41, S. 520, Z. 20). Bei Alsheimer 1974  trägt das Exempel den Titel „Teuflische Einflüsterung“, Nr. 426. Ernst-Heinrich Rehermann, Das Predigtexempel bei protestantischen Theologen des 16. und 17. Jahrhunderts. Göttingen 1977, S. 426f., der dieses Exempel ein Jahrhundert später bei Georg Albrecht Hierarchia Oeconomica, Nürnberg 1657 vorfindet, vermerkt, dass es dazu bei Albrecht keine Quellenangabe gebe, verweist zugleich aber auf eine ähnliche Geschichte vom Kaiser Theodosius und seiner Gemahlin Eudoxia, die sich im Jahre 421 zugetragen haben soll.
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Anm.: Übernommen wurde dieses Exempel vermutlich von Hieronymus Weller, der diese Geschichte ohne Namen wiedergibt. Zugrunde liegt jedoch der Mord- und Selbstmordfall Christoph Baumgartens, der sich am 4. August 1532 in Basel ereignet hatte. Luther berichtet davon in seinen Tischreden WA TR 5, Nr. 6933, auch er allerdings ohne Namen zu nennen. In Luthers Bericht aber hatte die Ehefrau den Ehebruch gestanden, als sie mit dem Messer bedroht wurde. In der Version, der Weller folgt, besteht der Ehebruch nur in der verblendeten Phantasie des Mannes. Christoph Baumgarten brachte zudem nicht nur seine Frau, sondern auch sein Kind um, aus Angst vor der Schande, ein „Hurenkind“ zu haben. Vgl. Rudolf Schenda, Artikel „Mordgeschichten“. In: EM Bd. 9 (1999), Sp. 885. J. Stumpf, Schweizer und Reformationschronik, hrsg. Ernst Gagliardi, H. Müller und P. Büsser, Bd. 2, Basel 1955, S. 287-290. Auf diese Geschichte verweist Luther auch in der Hochzeitspredigt für Herzog Philipp von Pommern von 1536, um vor den Listen des Teufels zu warnen (WA 41, S. 520, Z. 20). Bei Alsheimer 1974  trägt das Exempel den Titel „Teuflische Einflüsterung“, Nr. 426. Ernst-Heinrich Rehermann, Das Predigtexempel bei protestantischen Theologen des 16. und 17. Jahrhunderts. Göttingen 1977, S. 426f., der dieses Exempel ein Jahrhundert später bei Georg Albrecht ''Hierarchia Oeconomica'', Nürnberg 1657 vorfindet, vermerkt, dass es dazu bei Albrecht keine Quellenangabe gebe, verweist zugleich aber auf eine ähnliche Geschichte vom Kaiser Theodosius und seiner Gemahlin Eudoxia, die sich im Jahre 421 zugetragen haben soll.
    
S. 126-128 Frauen sollen ihre Männer lieben.
 
S. 126-128 Frauen sollen ihre Männer lieben.
 
   
 
   
*Alcesia, die Frau des Königs Admetus, gab ihr Leben, um das leben ihres Mannes zu retten.  
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*Alcesia, die Frau des Königs Admetus, gab ihr Leben, um das Leben ihres Mannes zu retten.  
    
Anm.: Artikel „Alkestis“. In: EM Bd.1, Sp. 315
 
Anm.: Artikel „Alkestis“. In: EM Bd.1, Sp. 315
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