Änderungen

Weller, Hieronymus
Zeile 5: Zeile 5:  
|erscheinungsjahr=1556
 
|erscheinungsjahr=1556
 
|druckort=Nürnberg
 
|druckort=Nürnberg
}}
  −
{{WeitereDruckausgaben
   
|wdText='''VD 16-Nr.:''' [http://gateway-bayern.de/VD16+W+1827 W 1827]
 
|wdText='''VD 16-Nr.:''' [http://gateway-bayern.de/VD16+W+1827 W 1827]
   Zeile 22: Zeile 20:  
Leipzig: Valentin Bapst Erben 1562
 
Leipzig: Valentin Bapst Erben 1562
   −
mit Holzschnitten, vgl. den [[W 1828: Weller, Hieronymus; Hausstafel des Catechismi Außgelegt| Artikel im Wiki]]
+
mit Holzschnitten, vgl. den [[W 1828: Weller, Hieronymus; Hausstafel des Catechismi Außgelegt| Artikel in Cinquecentine]]
    
digital
 
digital
Zeile 208: Zeile 206:  
Der lateinische Titel hebt die Einordnung der Haustafel in die Dreiständeordnung hervor, während dieser Zusammenhang in dem Text nur in den drei Vorreden von Justus Jonas, Valentin Winsheim und von Hieronymus Weller selbst thematisiert wird. Weller umgeht mit dem lateinischen Titel das Problem, den Begriff “Haustafel” ins Lateinische zu übersetzen (der Ausdruck “Tabula oeconomica” wurde dem Inhalt offensichtlich nicht gerecht, da damit nur einer der drei Stände benannt wird).
 
Der lateinische Titel hebt die Einordnung der Haustafel in die Dreiständeordnung hervor, während dieser Zusammenhang in dem Text nur in den drei Vorreden von Justus Jonas, Valentin Winsheim und von Hieronymus Weller selbst thematisiert wird. Weller umgeht mit dem lateinischen Titel das Problem, den Begriff “Haustafel” ins Lateinische zu übersetzen (der Ausdruck “Tabula oeconomica” wurde dem Inhalt offensichtlich nicht gerecht, da damit nur einer der drei Stände benannt wird).
   −
Die Auswahl und Anordnung der Sprüche von Luther hatte das Schema der drei gesellschaftlichen Bereiche (oder “Hauptstände”, wie sie in späteren Auslegungen genannt wurden) ecclesia, politia und oeconomia von Anfang an vorausgesetzt, auch wenn in der von Luther zusammengestellten Reihe der Bibelsprüche die ersten beiden Anweisungen an die Prediger und zur Obrigkeit die übrigen, die sich auf die Stände des Hauses beziehen, wohl nur einleiten sollten. Durch die Einfügung von Zuhörern und Untertanen in der lateinischen Fassung des Kleinen Katechismus war dann diese Ordnung dem Schema der drei Stände noch stärker hervorgehoben worden.  
+
Die Auswahl und Anordnung der Sprüche von Luther hatte das Schema der drei gesellschaftlichen Bereiche (oder “Hauptstände”, wie sie in späteren Auslegungen genannt wurden) ecclesia, politia und oeconomia von Anfang an vorausgesetzt, auch wenn in der von Luther zusammengestellten Reihe der Bibelsprüche die ersten beiden Anweisungen an die Prediger und zur Obrigkeit die übrigen, die sich auf die Stände des Hauses beziehen, wohl nur einleiten sollten. Durch die Einfügung von Zuhörern und Untertanen in der lateinischen Fassung des Kleinen Katechismus war dann diese Gliederung nach dem Schema der drei Stände noch stärker hervorgehoben worden.  
    
Dennoch wurde anfangs, in den 30er Jahren, die Dreiständelehre von lutherischen Autoren generell selten erwähnt. Nur Justus Menius' “Oeconomia christiana” ordnete die Hauslehre durch zwei kurze Einleitungskapitel in das gesellschaftliche Ordnungsschema der drei Stände ein. Erst in den 40er Jahren kam die Drei-Stände-Ordnung gelegentlich im Zusammenhang von Predigten oder Traktaten über die Ehe zur Sprache und erfuhr dann besonders durch die Auseinandersetzungen um das Interim nach 1547 größere Verbreitung.  
 
Dennoch wurde anfangs, in den 30er Jahren, die Dreiständelehre von lutherischen Autoren generell selten erwähnt. Nur Justus Menius' “Oeconomia christiana” ordnete die Hauslehre durch zwei kurze Einleitungskapitel in das gesellschaftliche Ordnungsschema der drei Stände ein. Erst in den 40er Jahren kam die Drei-Stände-Ordnung gelegentlich im Zusammenhang von Predigten oder Traktaten über die Ehe zur Sprache und erfuhr dann besonders durch die Auseinandersetzungen um das Interim nach 1547 größere Verbreitung.  
Zeile 341: Zeile 339:     
[http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000009241 Walter Behrendt: Lehr-, Wehr- und Nährstand]. Haustafelliteratur und Dreiständelehre im 16. Jahrhundert. (Diss.) Berlin 2009  Internet-Publikation, S. 113-146.
 
[http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000009241 Walter Behrendt: Lehr-, Wehr- und Nährstand]. Haustafelliteratur und Dreiständelehre im 16. Jahrhundert. (Diss.) Berlin 2009  Internet-Publikation, S. 113-146.
 +
 +
[[category:Drucke]]