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Roth, Heinrich
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== '''VD16-Link''' ==
 
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[http://gateway-bayern.de/VD16+R+3240 R 3240]
 
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Die Leichenpredigt von Friedrich Roth, der übrigens wohl nicht mit Heinrich Roth verwandt ist (Friedrichs Vater war der Eislebener Pfarrer Johann Roth, für den Heinrich Roth 1568 die Leichenpredigt gehalten hatte), gibt keine Auskunft über die Jugend von Heinrich Roth. Man erfährt aber, dass er verheiratet war und dass er auch Kinder hinterließ, die noch jung waren. Diese Leichenpredigt wurde den Neuauflagen einer Sammlung von Leichenpredigten von 1566 zugefügt, die Heinrich Roth zu Zeiten der Pest in Sangerhausen selbst gehalten hatte. Heinrich Roth: Leychpredigten. Halle 1578 (VD 16: [http://gateway-bayern.de/VD16+R+3247 R 3247]) und [[R 3248: Roth, Heinrich; Leychpredigten| Leipzig 1581 (VD 16: R 3248)]].
 
Die Leichenpredigt von Friedrich Roth, der übrigens wohl nicht mit Heinrich Roth verwandt ist (Friedrichs Vater war der Eislebener Pfarrer Johann Roth, für den Heinrich Roth 1568 die Leichenpredigt gehalten hatte), gibt keine Auskunft über die Jugend von Heinrich Roth. Man erfährt aber, dass er verheiratet war und dass er auch Kinder hinterließ, die noch jung waren. Diese Leichenpredigt wurde den Neuauflagen einer Sammlung von Leichenpredigten von 1566 zugefügt, die Heinrich Roth zu Zeiten der Pest in Sangerhausen selbst gehalten hatte. Heinrich Roth: Leychpredigten. Halle 1578 (VD 16: [http://gateway-bayern.de/VD16+R+3247 R 3247]) und [[R 3248: Roth, Heinrich; Leychpredigten| Leipzig 1581 (VD 16: R 3248)]].
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== '''Beiträger:''' ==
 
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Mencel , Hieronymus (Vorrede Bl. a2r - f4v);  
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Mencel, Hieronymus (Vorrede Bl. a2r - f4v);  
    
Aemilius, Georg (kurzes Lied über das Gratias, im 2. Teilband, Bl. 626r)
 
Aemilius, Georg (kurzes Lied über das Gratias, im 2. Teilband, Bl. 626r)
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Gaubisch, Urban
 
Gaubisch, Urban
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== '''weitere Standorte:''' ==
 
== '''weitere Standorte:''' ==
 
(In der Regel sind diese Standortangaben den Bibliothekskatalogen oder Verbundkatalogen entnommen. Daher ist nicht absolut sicher, dass die Exemplare tatsächlich der beschriebenen Ausgabe entsprechen. Wenn ein Exemplar autoptisch überprüft wurde, wird dies ausdrücklich vermerkt.)
 
(In der Regel sind diese Standortangaben den Bibliothekskatalogen oder Verbundkatalogen entnommen. Daher ist nicht absolut sicher, dass die Exemplare tatsächlich der beschriebenen Ausgabe entsprechen. Wenn ein Exemplar autoptisch überprüft wurde, wird dies ausdrücklich vermerkt.)
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Dresden SLUB: Theol.ev.asc.440.m, misc.2 [nur 1. Teil]
 
Dresden SLUB: Theol.ev.asc.440.m, misc.2 [nur 1. Teil]
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Roth hat die Haustafel aber um eine Predigt über den Spruch von Luther, mit dem dieser die Haustafelverse abschließt, erweitert ("Ein jeder lerne sein' Lektion, so wird es wohl im Hause ston"). Hinzugefügt hat Roth außerdem zwei Predigten mit einer Auslegung des 131. Psalms. Den Abschluss des zweiten Teil bildet das Register der Schlagworte.  
 
Roth hat die Haustafel aber um eine Predigt über den Spruch von Luther, mit dem dieser die Haustafelverse abschließt, erweitert ("Ein jeder lerne sein' Lektion, so wird es wohl im Hause ston"). Hinzugefügt hat Roth außerdem zwei Predigten mit einer Auslegung des 131. Psalms. Den Abschluss des zweiten Teil bildet das Register der Schlagworte.  
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Alle Kapitel beginnen mit einem Bibelvers, der daraufhin in mehreren Abschnitten erklärt wird. In den Predigten, die die Stände des Hauses betreffen, folgen dann in der Regel Exempel aus der Bibel, aus den antiken und mittelalterlichen Geschichtsbüchern und aus der Zeitgeschichte. Abweichend von diesem Schema wird zu Beginn der Predigt über den Ehestand (Bl. 679v - 694r) eine Musterrede eines Brautvaters am Ehebett und die entsprechende Antwort des Bräutigams vorgestellt (B. 684v - 686r).  
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Alle Kapitel beginnen mit einem Bibelvers, der daraufhin in mehreren Abschnitten erklärt wird. In den Predigten, die die Stände des Hauses betreffen, folgen dann in der Regel Exempel aus der Bibel, aus den antiken und mittelalterlichen Geschichtsbüchern und aus der Zeitgeschichte. Abweichend von diesem Schema wird zu Beginn der Predigt über den Ehestand (Bl. 679v - 694r) eine Musterrede eines Brautvaters am Ehebett und die entsprechende Antwort des Bräutigams vorgestellt (Bl. 684v - 686r).  
    
Weitere Einzelheiten zu den Haustafelpredigten in dieser Katechismus-Auslegung bei:
 
Weitere Einzelheiten zu den Haustafelpredigten in dieser Katechismus-Auslegung bei:
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[http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000009241 Walter Behrendt: Lehr-, Wehr- und Nährstand. Haustafelliteratur und Dreiständelehre im 16. Jahrhundert. Berlin 2009, S. 297-301].
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[https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/10734 Walter Behrendt: Lehr-, Wehr- und Nährstand. Haustafelliteratur und Dreiständelehre im 16. Jahrhundert. Berlin 2009], S. 167-187.
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4. Predigt über die Haustafel: "Von den Untertanen":  
 
4. Predigt über die Haustafel: "Von den Untertanen":  
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Bl. 675r: Der "Bewrische Auffrhur" von 1525, der von Thomas Müntzer ausgelöst wurde und bei dem in vier Wochen etwa 100.000 Bauern umgebracht wurden. Außerdem der Aufruhr der Wiedertäufer-Rotte von Münster, deren Anführer dann mit glühenden Zangen zerissen wurden und in einem Käfig an die Kirchmauer gehängt wurden.
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Bl. 675r: Der "Bewrische Auffrhur" von 1525, der von Thomas Müntzer ausgelöst wurde und bei dem in vier Wochen etwa 100.000 Bauern umgebracht wurden. Außerdem der Aufruhr der Wiedertäufer-Rotte von Münster, deren Anführer dann mit glühenden Zangen zerrissen wurden und in einem Käfig an die Kirchmauer gehängt wurden.
 
   
 
   
 
Bl. 676r: Herzog Rudolf von Schwaben, der sich vom Papst zum Aufruhr gegen Kaiser Heinrich IV. anstiften ließ. Der Papst schickte ihm eine Krone, auf der auf Lateinisch stand: Christus hat das Kaisertum dem Papst gegeben, nun gibt der Papst es dir, Rudolpho.
 
Bl. 676r: Herzog Rudolf von Schwaben, der sich vom Papst zum Aufruhr gegen Kaiser Heinrich IV. anstiften ließ. Der Papst schickte ihm eine Krone, auf der auf Lateinisch stand: Christus hat das Kaisertum dem Papst gegeben, nun gibt der Papst es dir, Rudolpho.
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Bl. 745v-747v: Lied vom Mord an Victor Schenitz in Halle, am 18. Juni 1572.  
 
Bl. 745v-747v: Lied vom Mord an Victor Schenitz in Halle, am 18. Juni 1572.  
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Der Sekretär von Victor Schenitz, sein Name war Christph Windt, wurde getadelt, worauf dieser einen Raubmord plante. Er erschlug seinen Dienstherren mit einem Hammer, steckte diesen mit dem Kopf voran in die Latrine und floh mit geraubtem Silbergerät. Er wurde in Mainz festgenommen und am 30. Juli 1572 auf dem Rad hingerichtet.  
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Der Sekretär von Victor Schenitz, sein Name war Christoph Windt, wurde getadelt, worauf dieser einen Raubmord plante. Er erschlug seinen Dienstherren mit einem Hammer, steckte diesen mit dem Kopf voran in die Latrine und floh mit geraubtem Silbergerät. Er wurde in Mainz festgenommen und am 30. Juli 1572 auf dem Rad hingerichtet.  
    
Das Lied ist wörtlich aus einem in Magdeburg und in Leipzig gedruckten illustrierten Einblattdruck übernommen: "Eigentliche verzeichnis der erschrecklichen vnd grewlichen Mortthat/ so sich zugetragen in der weitberümten Stadt Halle in Sachssen/ von einem mit Namen Chrisroff Windt", abgedruckt in: Deutsche illustrierte Flugblätter des 16und 17. Jahrhunderts. Bd. 7, Die Sammlung der Zentralbibliothek Zürich. Teil 2. Die Wickiana. - 2. (1570-1588), hrsg. v. Wolfgang Harms und Michael Schilling. Tübingen 1997, Nr, 24.
 
Das Lied ist wörtlich aus einem in Magdeburg und in Leipzig gedruckten illustrierten Einblattdruck übernommen: "Eigentliche verzeichnis der erschrecklichen vnd grewlichen Mortthat/ so sich zugetragen in der weitberümten Stadt Halle in Sachssen/ von einem mit Namen Chrisroff Windt", abgedruckt in: Deutsche illustrierte Flugblätter des 16und 17. Jahrhunderts. Bd. 7, Die Sammlung der Zentralbibliothek Zürich. Teil 2. Die Wickiana. - 2. (1570-1588), hrsg. v. Wolfgang Harms und Michael Schilling. Tübingen 1997, Nr, 24.
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[http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10161701-0 München BSB]
 
[http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10161701-0 München BSB]
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über die Haustafelpredigten im 2. Teil:
 
über die Haustafelpredigten im 2. Teil:
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online: [http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000009241 Walter Behrendt: Lehr-, Wehr- und Nährstand. Haustafelliteratur und Dreiständelehre im 16. Jahrhundert. Berlin 2009], S. 167-187.
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online: [https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/10734 Walter Behrendt: Lehr-, Wehr- und Nährstand. Haustafelliteratur und Dreiständelehre im 16. Jahrhundert. Berlin 2009], S. 167-187.
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[[category:Drucke]]