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| Eisleben: Urban Gaubisch 1574 | | Eisleben: Urban Gaubisch 1574 |
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| Eisleben: Urban Gaubisch 1578 | | Eisleben: Urban Gaubisch 1578 |
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| Leipzig: Johann Beyer 1581 | | Leipzig: Johann Beyer 1581 |
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− | '''VD 16-Nr.:''' ZV 28182 | + | '''VD 16-Nr.:''' [http://gateway-bayern.de/VD16+ZV+28182 ZV 28182] |
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| Görlitz: Ambrosius Fritsch 1582 | | Görlitz: Ambrosius Fritsch 1582 |
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− | '''VD 16-Nr.:''' R 3242 | + | '''VD 16-Nr.:''' [http://gateway-bayern.de/VD16+R+3242 R 3242] |
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| Görlitz: Ambrosius Fritsch 1589 | | Görlitz: Ambrosius Fritsch 1589 |
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− | '''VD 16-Nr.:''' ZV 28188 | + | '''VD 16-Nr.:''' [http://gateway-bayern.de/VD16+ZV+28188 ZV 28188] |
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| Wittenberg: Johann Krafft (um 1590) | | Wittenberg: Johann Krafft (um 1590) |
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| == '''VD16-Link''' == | | == '''VD16-Link''' == |
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− | [http://gateway-bayern.bib-bvb.de/aleph-cgi/bvb_suche?sid=VD16&find_code_1=WVD&find_request_1=R%203240 R 3240] | + | [http://gateway-bayern.de/VD16+R+3240 R 3240] |
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| In der Vorrede des ersten Teils berichtet er dagegen, dass er in Wittenberg studiert und dort auch Luther gehört habe. Und in der Predigt über die Kinderpflichten (Bl. 725r) erfährt man, er habe 1554 in Wittenberg selbst erlebt, dass ein seinen Eltern ungehorsamer Sohn von Tieren zerrissen tot aufgefunden worden sei. | | In der Vorrede des ersten Teils berichtet er dagegen, dass er in Wittenberg studiert und dort auch Luther gehört habe. Und in der Predigt über die Kinderpflichten (Bl. 725r) erfährt man, er habe 1554 in Wittenberg selbst erlebt, dass ein seinen Eltern ungehorsamer Sohn von Tieren zerrissen tot aufgefunden worden sei. |
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− | Die Leichenpredigt von Friedrich Roth, der übrigens wohl nicht mit Heinrich Roth verwandt ist (Friedrichs Vater war der Eislebener Pfarrer Johann Roth, für den Heinrich Roth 1568 die Leichenpredigt gehalten hatte), gibt keine Auskunft über die Jugend von Heinrich Roth. Man erfährt aber, dass er verheiratet war und dass er auch Kinder hinterließ, die noch jung waren. Diese Leichenpredigt wurde den Neuauflagen einer Sammlung von Leichenpredigten von 1566 zugefügt, die Heinrich Roth zu Zeiten der Pest in Sangerhausen selbst gehalten hatte. Heinrich Roth: Leychpredigten. Halle 1578 (VD 16: R 3247) und [[R 3248: Roth, Heinrich; Leychpredigten| Leipzig 1581 (VD 16: R 3248)]]. | + | Die Leichenpredigt von Friedrich Roth, der übrigens wohl nicht mit Heinrich Roth verwandt ist (Friedrichs Vater war der Eislebener Pfarrer Johann Roth, für den Heinrich Roth 1568 die Leichenpredigt gehalten hatte), gibt keine Auskunft über die Jugend von Heinrich Roth. Man erfährt aber, dass er verheiratet war und dass er auch Kinder hinterließ, die noch jung waren. Diese Leichenpredigt wurde den Neuauflagen einer Sammlung von Leichenpredigten von 1566 zugefügt, die Heinrich Roth zu Zeiten der Pest in Sangerhausen selbst gehalten hatte. Heinrich Roth: Leychpredigten. Halle 1578 (VD 16: [http://gateway-bayern.de/VD16+R+3247 R 3247]) und [[R 3248: Roth, Heinrich; Leychpredigten| Leipzig 1581 (VD 16: R 3248)]]. |
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| Der erste Teilband erschien laut Kolophon 1572, der zweite Teilband 1573. | | Der erste Teilband erschien laut Kolophon 1572, der zweite Teilband 1573. |
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| Bl. 726r-728v: Zwei Exempel in Liedform: Ein vom Vater verzärtelter Sohn in Ingolstadt ist nach dessen Tod gegenüber der Mutter ungehorsam und schlägt sie sogar. Er stirbt früh, und aus seinem Grab wächst seine Hand heraus. Die Obrigkeit des Ort zwingt die Mutter, die Hand mit einer Rute zu schlagen. Die Hand beginnt zu bluten und verschwindet dann im Grab. | | Bl. 726r-728v: Zwei Exempel in Liedform: Ein vom Vater verzärtelter Sohn in Ingolstadt ist nach dessen Tod gegenüber der Mutter ungehorsam und schlägt sie sogar. Er stirbt früh, und aus seinem Grab wächst seine Hand heraus. Die Obrigkeit des Ort zwingt die Mutter, die Hand mit einer Rute zu schlagen. Die Hand beginnt zu bluten und verschwindet dann im Grab. |
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− | Dieses Lied mit zehn Strophen ist die gedruckte Fassung eines Meisterliedes von Hans Sachs (1552), die unter dem Titel "Von einem ungehorsamen Sohn" um 1555 in Nürnberg anonym erschien (zwei verschiedene Ausgaben: VD 16: S 541 und ZV 13528), mit zwei ebenfalls undatierten Nachdrucken von um 1560 (VD 16: S 542) und um 1570 (VD 16: S 543) sowie einem weiteren Nachdruck von 1579 (VD 16: ZV 11893). | + | Dieses Lied mit zehn Strophen ist die gedruckte Fassung eines Meisterliedes von Hans Sachs (1552), die unter dem Titel "Von einem ungehorsamen Sohn" um 1555 in Nürnberg anonym erschien (zwei verschiedene Ausgaben: VD 16: [http://gateway-bayern.de/VD16+S+541 S 541] und [http://gateway-bayern.de/VD16+ZV+13528 ZV 13528]), mit zwei ebenfalls undatierten Nachdrucken von um 1560 (VD 16: [http://gateway-bayern.de/VD16+S+542 S 542]) und um 1570 (VD 16: [http://gateway-bayern.de/VD16+S+543 S 543]) sowie einem weiteren Nachdruck von 1579 (VD 16: [http://gateway-bayern.de/VD16+ZV+11893 ZV 11893]). |
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| Das zweite Lied ist länger, es stammt aus einer [[Zzprov 00003: ; Ein schön new Lied von dem erschröcklichen Mord von zwey Jungen zu Lützelflut| Flugschrift von 1570]], von der aber kein Exemplar mehr auffindbar ist. Das einzige nachgewiesene Exemplar der Berliner Staatsbibliothek ist Kriegsverlust. Es handelt sich um ein Zeitungslied über einen Fall von Vatermord, der sich 1569 in Lützelfluh bei Bern zugetragen hat. ([[Anhang zu R 3240: Roth, Heinrich; Catechismi Predigt|Textabdruck im Anhang]]). | | Das zweite Lied ist länger, es stammt aus einer [[Zzprov 00003: ; Ein schön new Lied von dem erschröcklichen Mord von zwey Jungen zu Lützelflut| Flugschrift von 1570]], von der aber kein Exemplar mehr auffindbar ist. Das einzige nachgewiesene Exemplar der Berliner Staatsbibliothek ist Kriegsverlust. Es handelt sich um ein Zeitungslied über einen Fall von Vatermord, der sich 1569 in Lützelfluh bei Bern zugetragen hat. ([[Anhang zu R 3240: Roth, Heinrich; Catechismi Predigt|Textabdruck im Anhang]]). |
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| Von dem Mordfall berichtet auch Heinrich Bullinger in einem Brief vom 13. Mai 1569. Er gibt an, die Hinrichtung sei am 3. Mai erfolgt. (Heinrich Bullinger: Die Korrespondenz mit den Graubündnern, hrsg. v. Traugott Schiess, Bd. III. Basel 1904-06, (ND 1968), S. 154, Nr. 160.) | | Von dem Mordfall berichtet auch Heinrich Bullinger in einem Brief vom 13. Mai 1569. Er gibt an, die Hinrichtung sei am 3. Mai erfolgt. (Heinrich Bullinger: Die Korrespondenz mit den Graubündnern, hrsg. v. Traugott Schiess, Bd. III. Basel 1904-06, (ND 1968), S. 154, Nr. 160.) |
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− | Eine weitere Erzählung zu diesem Fall stammt von Sigismund Schwabe: Parricidium, Görlitz 1572 (VD 16: S 4541), später noch einmal abgedruckt in dem Sammelwerk "Spiegel des menschlichen Lebens", 1587 (VD 16: S 4548) und 1588 (VD 16: S 4549). | + | Eine weitere Erzählung zu diesem Fall stammt von Sigismund Schwabe: Parricidium, Görlitz 1572 (VD 16: [http://gateway-bayern.de/VD16+S+4541 S 4541]), später noch einmal abgedruckt in dem Sammelwerk "Spiegel des menschlichen Lebens", 1587 (VD 16: [http://gateway-bayern.de/VD16+S+4548 S 4548]) und 1588 (VD 16: [http://gateway-bayern.de/VD16+S+4549 S 4549]). |
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| Bl. 794r: Roth berichtet, in den Kirchen habe man früher oft ein Bild von einem Schiff im stürmischen Meer gehabt. In dem Schiff saßen die Kleriker, und im Wasser waren die Laien, die ohne die Hilfe der Kleriker nicht ins sichere Schiff kommen konnten. Diese Darstellung, die in der Papstkirche üblich war, sei aber falsch. | | Bl. 794r: Roth berichtet, in den Kirchen habe man früher oft ein Bild von einem Schiff im stürmischen Meer gehabt. In dem Schiff saßen die Kleriker, und im Wasser waren die Laien, die ohne die Hilfe der Kleriker nicht ins sichere Schiff kommen konnten. Diese Darstellung, die in der Papstkirche üblich war, sei aber falsch. |
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− | Roth hat dieses Negativ-Exempel wohl von Hieronymus Weller, der es in der Vorrede zu seinem Traktat "De officio ecclesiastico, politico et oeconomico libellus pius" von 1552 (VD 16: W 1822 und ZV 15481), der ersten eigenständigen Haustafelauslegung überhaupt (vgl. den Artikel zur [[W 1826: Weller, Hieronymus; Haustafel ausgelegt|deutschen Übersetzung von 1556]]), als abzulehnendes Gegenmodell zum Konzept der drei Stände vorstellt. | + | Roth hat dieses Negativ-Exempel wohl von Hieronymus Weller, der es in der Vorrede zu seinem Traktat "De officio ecclesiastico, politico et oeconomico libellus pius" von 1552 (VD 16: [http://gateway-bayern.de/VD16+W+1822 W 1822] und [http://gateway-bayern.de/VD16+ZV+15481 ZV 15481]), der ersten eigenständigen Haustafelauslegung überhaupt (vgl. den Artikel zur [[W 1826: Weller, Hieronymus; Haustafel ausgelegt|deutschen Übersetzung von 1556]]), als abzulehnendes Gegenmodell zum Konzept der drei Stände vorstellt. |
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| Aber zuerst findet sich diese Zurückweisung bei Luther in seiner Schrift gegen Herzog Georg den Bärtigen von 1533 (WA 38, S. 104). Ob ein solches Gemäldemotiv tatsächlich existiert hat, ist nicht erwiesen. Es wäre eine Variation des verbreiteten Motivs des Schiffs als Allegorie der Kirche. | | Aber zuerst findet sich diese Zurückweisung bei Luther in seiner Schrift gegen Herzog Georg den Bärtigen von 1533 (WA 38, S. 104). Ob ein solches Gemäldemotiv tatsächlich existiert hat, ist nicht erwiesen. Es wäre eine Variation des verbreiteten Motivs des Schiffs als Allegorie der Kirche. |
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| Bl. 795r: Der beste Gottesdienst ist, gewissenhaft seinen Beruf auszuführen. Herzog Friedrich von Sachsen sei so glücklich über Luthers Schrift zur Obrigkeit gewesen, dass er sie sich besonders prachtvoll hat binden lassen. | | Bl. 795r: Der beste Gottesdienst ist, gewissenhaft seinen Beruf auszuführen. Herzog Friedrich von Sachsen sei so glücklich über Luthers Schrift zur Obrigkeit gewesen, dass er sie sich besonders prachtvoll hat binden lassen. |
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| + | =='''Digitalisat'''== |
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| + | [http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10161701-0 München BSB] |
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| online: [http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000009241 Walter Behrendt: Lehr-, Wehr- und Nährstand. Haustafelliteratur und Dreiständelehre im 16. Jahrhundert. Berlin 2009], S. 167-187. | | online: [http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000009241 Walter Behrendt: Lehr-, Wehr- und Nährstand. Haustafelliteratur und Dreiständelehre im 16. Jahrhundert. Berlin 2009], S. 167-187. |
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− | über die Predigten, die die Hausstände betreffen vgl. außerdem:
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− | Repertorium deutschsprachiger Ehelehren der Frühen Neuzeit. Hrsg. v. Erika Kartschoke. Band I/2 (in Vorbereitung)
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