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Das über 7000 Verse umfassende Gedicht ist eine Neujahrsschrift, die nach dem Muster der Predigten über die Haustafel (vgl. z. B. Cyriacus Spangenberg, Geistliche Haustafel, Wittenberg 1556, VD16: S 7574) aufgebaut ist. Das erste Kapitel handelt von den Predigern, das zweite von ihren Zuhörern, also der Kirchengemeinde, das dritte von der Obrigkeit und das vierte von den Untertanen. Nachdem damit in den ersten vier Kapiteln die Pflichten der Hauptstände ecclesia und politia vorgestellt sind, werden in den übrigen Kapiteln die Pflichten der oeconomia-Stände thematisiert. Das fünfte Kapitel handelt von den Eheleuten, das sechste von Eltern, das siebte von den Kindern, das achte vom Gesinde und das neunte von der Hausherrschaft. Dann ist, abweichend vom überkommenen Haustafelschema, je ein Kapitel über die Schulmeister und die Schüler eingefügt. Das zwölfte Kapitel informiert über die Pflichten der Jugend und das dreizehnte über die der Jungfrauen. Auch dieses letztere hat Noricus dem gängigen Modell hinzugefügt. Am Ende gibt es noch ein Kapitel für die Witwen und eines allgemein über die christliche Nächstenliebe. Typisch für eine Neujahrsschrift ist, dass Noricus am Ende jedes Kapitels dem entsprechenden Stand ein bestimmtes Tier zueignet, wie es seit den 70er Jahren des 16. Jahrhunderts auch in vielen Neujahrspredigten üblich war (vgl. Fischer 1593, VD16: V 1631)
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Das über 7000 Verse umfassende Gedicht ist eine Neujahrsschrift, die nach dem Muster der Predigten über die Haustafel (vgl. z. B. Cyriacus Spangenberg, Geistliche Haustafel, Wittenberg 1556, VD16: S 7574) aufgebaut ist. Das erste Kapitel handelt von den Predigern, das zweite von ihren Zuhörern, also der Kirchengemeinde, das dritte von der Obrigkeit und das vierte von den Untertanen. Nachdem damit in den ersten vier Kapiteln die Pflichten der Hauptstände ecclesia und politia vorgestellt sind, werden in den übrigen Kapiteln die Pflichten der oeconomia-Stände thematisiert. Das fünfte Kapitel handelt von den Eheleuten, das sechste von Eltern, das siebte von den Kindern, das achte vom Gesinde und das neunte von der Hausherrschaft. Dann ist, abweichend vom überkommenen Haustafelschema, je ein Kapitel über die Schulmeister und die Schüler eingefügt. Das zwölfte Kapitel informiert über die Pflichten der Jugend und das dreizehnte über die der Jungfrauen. Auch dieses letztere hat Noricus dem gängigen Modell hinzugefügt. Am Ende gibt es noch ein Kapitel für die Witwen und eines allgemein über die christliche Nächstenliebe. Typisch für eine Neujahrsschrift ist, dass Noricus am Ende jedes Kapitels dem entsprechenden Stand ein bestimmtes Tier zueignet, wie es seit den 70er Jahren des 16. Jahrhunderts auch in vielen Neujahrspredigten üblich war (vgl. Fischer 1593, VD16: [[V 1631: Fischer, Christoph; Ein einfeltige Christliche Predigt am Newen Jarstage| V 1631]])
    
Wie in den Predigten über die Haustafel benutzt Noricus in seinem Gedicht viele Exempel aus der Bibel und aus der antiken Geschichte, die seine Lehren veranschaulichen sollen. Dagegen gibt es keine Auslegungen von Bibelstellen. Die biblischen Exempel sind zudem in der Regel kürzer als die weltlichen. Viele von ersteren werden nur kurz zitiert, ohne sie genauer darzustellen. Etwas ausführlicher erzählt werden etwa 40 weltliche Exempel.
 
Wie in den Predigten über die Haustafel benutzt Noricus in seinem Gedicht viele Exempel aus der Bibel und aus der antiken Geschichte, die seine Lehren veranschaulichen sollen. Dagegen gibt es keine Auslegungen von Bibelstellen. Die biblischen Exempel sind zudem in der Regel kürzer als die weltlichen. Viele von ersteren werden nur kurz zitiert, ohne sie genauer darzustellen. Etwas ausführlicher erzählt werden etwa 40 weltliche Exempel.
Anonymer Benutzer