ZV 7449: Has, Kunz; Von etlichen Stenden der Welt (Von der Welt Lauf)
VD 16-Nr.: ZV 7449 Kurztitel: Von etlichen Stenden der Welt (Von der Welt Lauf) Autor: Has, Kunz Druckort: Nürnberg Erscheinungsjahr: 1531 |
Weitere Druckausgaben:
VD16-Nr.: H 694
In: [Valentin Voigt]
Ein Gesprech des HERREN mit Sanct Petro von der jtzigen Welt lauff vnd jrem verkerten bösen wesen. Auffs new vbersehen vnd mit einem hübschen Spruch von etlichen stenden der welt gebessert [Kunz Haß]
[Eisleben: Urban Gaubisch] 1560
vorh. auch in: Leipzig UB: 4 B.S.T. 64/1
in: Hans-Joachim Köhler, Flugschriften des späteren 16. Jahrhunderts, Microfiche Nr. 1612
VD16-Nr.: ZV 16683
In: [Valentin Voigt]
Ein Gesprech des HERREN mit Sanct Petro von der jtzigen Welt Lauff vnd jrem verkerten bösen wesen. Widerumb auffs newe vbersehen vnd und mit etlichen hübschen sprüchen von etlichen Stenden der Welt gebessert [Kunz Has]. Jtem von Sanct Peter vnd ein Münch
o.O. 1561
vorh. auch in: Krakau BJ: Yg 5470 (ehemals Berlin SB); Weimar HAAB
in Halle digitalisiert
VD16-Nr.: H 695
In: [Valentin Voigt]
Ein gesprech des HERREN Christi mit S. Petro von der jetzigen Welt lauff vnd jrem verkerten bösen wesen. Auffs new vbersehen vnd mit einem hübschen Spruch von etlichen stenden der Welt gebessert [Kunz Has]
o.O. [Eisleben: Urban Gaubisch] 1561
vorh. auch in: Jena UB; Rostock UB (Fm-3647,2); Bibliotheca Palatina Microfiche F 229
VD16-Nr.: H 696
In: [Valentin Voigt]
Ein Gesprech des HErren mit Sanct Petro von der jetzigen Welt lauff vnd jrem verkerten bösen wesen. Wiederumb auffs newe vbersehen vnd mit schönen Sprüchen von etlichen Stenden der Welt gebessert. Jtem von Sanct Peter vnd einem Münch. Durch Conrad Hasen.
[Eisleben: Urban Gaubisch] 1562
VD16-Nr.: ZV 27828
wie H 696, nur mit geringfügiger Titelblattvariante(„vbersehê“ anstatt „vbersehen“)
VD16-Nr.: ZV 7446
In: [Valentin Voigt]
Gesprech des Herren Christi mit S. Petro von der Welt lauff vnd jrem verkerten bösen wesen sampt einem schönen Spruch von etlichen Stenden der Welt [Kunz Has] (dazu: Gespräch S. Peters von der Ziegen [von Hans Sachs])
Nürnberg: Nikolaus Knorr [ca. 1580]
(im VD16 ohne Standort)
Stuttgart WLB: D.D.oct K 1114; Krakau BJ Yg 5480 (ehemals Berlin SB)
VD16-Nr.: -
Gesprech dess Herren Christi mit S. Petro von der Welt Lauff und irem verkehrten bösen Wesen. Mehr ein schöner Spruch von etlichen Ständen der Welt gedicht durch C.H.
Nürnberg 1584
London BL: 11515a.50 (11)
Gekürzte Version
Einige anonyme Ausgaben von ca. 1519 und 1520 bieten eine gekürzte Version. Es fehlt darin die Einleitung und die Nennung des Verfassers am Ende.
VD16-Nr.: D 179
Das ist jetz der gemain vnd new gebrauch
[Augsburg: Johann Schönsperger d.J. um 1519]
VD16-Nr.:' D 180
[München: Hans Schobser um 1519]
digitalisiert in München BSB
VD16-Nr.: D 181
[Augsburg: Johann Schönsperger d.J. um 1520]
VD16-Nr.: D 182
[Augsburg: Johann Schönsperger d.J. um 1520]
Bearbeitete Version
Ausgaben der Version, die im VD16 “Henricus aus Settimello” zugeschrieben wird:
VD16-Nr.: H 2162
Der Welt lauff
[Leipzig] Wolfgang Stöckel [um 1518]
(im VD16 ohne Standort)
VD16-Nr.: H 2163
Eyn spruch bin ich von der welt lauff
Speyer: Jakob Schmidt [1525]
Dresden SLUB: S.B. 1519
(im VD16 ohne Standort)
VD16-Nr.: ZV 23273
Pauper Heinricus von dem lauff der welt
[Dresden] Wolfgang Stöckel 1537
VD16-Link
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Autor:
Has, Kunz (Contz Hass)
Ausgaben des 15. Jahrhunderts
Bamberg 1492, GW 12133
Bamberg 1493, GW 12134
Augsburg 1499, verschollen: GW Bd.10, Sp. 583
Nürnberg um 1500, GW 12135 (im gedruckten VD16 "H 750", jetzt gestrichen)
Titel:
Eyn hübscher spruch von etlichen stenden der welt
Der Titel der Inkunabeldrucke lautet:
Ein hübss neues gedicht, das itzund vo[n] der werlt lauff spricht
Der vorliegende Druck verwendet zum ersten Mal den neuen Titel, während die Wendung "Von der Welt Lauf" in einem Gedicht von Hans Sachs verwendet wird und dann im Titel eines Gedichts von Valentin Voigt, das ab 1560 zusammen mit dem Text von Kunz Has in verschiedenen Sammelausgaben erscheint.
Drucker:
Hergotin, Kunigunde
Format, Umfang:
8°; [11] Bl.
Standort(e) im VD16:
Gotha FB
Inhalt:
Der Ich-Erzähler berichtet von einem wundersamen “Abenteuer”, das ihm beim Krebse-Fangen zugestoßen sei. Als er mit den Händen im Wasser nach Krebsen suchte, ergriff ihn plötzlich aus dem Wasser eine Hand und zog ihn nach unten. Er konnte sich nicht wehren, aber er erlitt unter Wasser keinen Schaden. Eine Frau führte ihn am Grund des Gewässers in eine prächtige Halle, wo er nun auf drei weise alte Männer traf.
Hier beginnt nun der Hauptteil des Gedichtes, in dem dem Ich-Erzähler Fragen gestellt werden und er um Auskunft über den Zustand der oberen Welt gebeten wird. Zuerst spricht er über die Misere der Kaufleute, die auf ihren Waren sitzen bleiben, weil nicht genug Geld im Land sei, so dass sie durch ihre festen Kosten am Ende gezwungen werden, ihr Geschäft aufzugeben. Dann kommt die Sprache auf das Geldwesen, das von verbreiteter Münzfälschung betroffen sei. Die dritte Frage gilt den Frauen, von denen der Erzähler ebenfalls nur Negatives berichten kann, denn Unkeuschheit und Ehebruch gebe es nun überall, auch die Ehemänner seien nicht besser, und auch nicht Priester und Obrigkeit, die das Treiben eigentlich unterbinden müssten. Dann wird er nach Klagen über die Richter gefragt, die genauso gescholten werden, weil Arme, die kein Geld für Bestechung hätten, niemals ihr Recht bekämen.
Die drei weisen Männer erklären dem Erzähler, dass der Grund für alle Missstände darin liege, dass niemand mehr Bauer sein wolle. Viele betätigten sich improvisierend als Handwerker, was sie gar nicht gelernt hätten. Wenn er die Regierungsmacht inne hätte, dann müsse er zuerst dafür sorgen, dass auf dem Land kein Handel mehr getrieben werde, sondern allein in der Stadt. Auch die Schwierigkeiten der Kaufleute hätten damit begonnen, dass die Schneider Tuch verkauften. Durch den Buchdruck kämen jetzt viele einfache Leute auf die Idee, Gewerbe zu betreiben, die ihnen gar nicht zukämen, etwa als Krämer, die übers Land zögen und billiges Zeug verkauften, wodurch die Kaufleute ihre Arbeit verlören. Auch das Münzwesen müsse viel genauer kontrolliert werden. Was die Frauen betrifft, gelte es, für eine sorgfältigere Erziehung der Töchter zu sorgen, die den Kontakt mit der Öffentlichkeit so weit als möglich meiden sollten. Bei den den untreuen Juristen dagegen helfe nur Hoffnung, dass die Einsicht in die Notwendigkeit von gerechten Verhältnissen und die Sorge um das eigene Seelenheil zu einer Besserung führten.
Danach wird der Erzähler wieder von der Wasserfrau aus dem Unterwasser-Palast herausgeführt, mit dem Auftrag, den Mächtigen der Welt die erfahrenen Weisheiten weiterzuvermitteln.
Edition:
Aloys Schreiber: Gedichte von Ulrich von Hutten und einigen seiner Zeitgenossen. Heidelberg 1810, S. 107-120 (digitalisiert in Google Books)
Ernst Matthias: Der Nürnberger Meistersinger Kunz Has. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 7 (1888), S. 169-263, hier S. 193-204.
Ein Einblattdruck des Gedichts (Nürnberg: Meldemann um 1535) ist ediert bei Geisberg/ Strauss 1974, Nr. 1168.
Die von “Pauper Henricus” bearbeitete Fassung ist ediert in J. Scheible: Das Schaltjahr. Stuttgart 1847, S. 101-114 (digitalisiert in Google Books)
Literatur:
Helmut Weinacht: Artikel Kunz Hass. In: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. 2. Aufl., hrsg. v. Kurt Ruh. Band 3 (1981), Sp. 538ff, hier Sp. 539f.
E. Matthias, 1888, s.o. unter “Edition”