M 7256: Musculus, Andreas; Wider den Ehteufel

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Musculus legt seiner Schrift die Bibelverse Gen 2,18-24 von der Er­schaf­fung Evas zugrunde. Auf die Widmungsvorrede und die kurze programma­tische Einführung "Vom Eheteuffel" folgen acht Kapitel, die jeweils einen Angriff des Eheteufels gegen die Ehe als göttliche Ordnung vorführen. Jedes Kapitel wird dabei einem der Bibelverse zugeordnet. In der Vorrede wird der Teufel als besonderer Feind des Ehestandes charak­terisiert. Musculus macht "vernunfft und weld weis­heyt" für den Unfrieden zwi­schen den Eheleuten verantwortlich. Sei eine Ehe auf Vernunft gegründet, so stehe sie außerhalb des Wortes Gottes. Jeder der Ehepartner wolle Recht haben und daraus erwachse Zank und Streit. Der erste Angriff des Eheteufels ist gegen die Männer gerichtet und erzeugt in ihnen einen Widerwillen gegen die Ehe, sodass sie Gottes Worte "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei" missachten und zu Hurerei und Un­zucht getrieben werden. Das zweite Kapitel berichtet vom Versuch des Eheteufels, die Menschen durch "unordentliche und viehische Brunst" in den Ehe­stand zu treiben und sie die Zeugung von Nachkommen als Zweck der Ehe ver­gessen zu lassen. Eine auf sexuelle Begierden gegründete Ehe werde aber niemals glücklich. Die dritte Operation des Teufels liegt in der Anstiftung des Ehe­mannes zum Ehebruch. Dabei wird dem Mann vorgegaukelt, dass andere Frauen schöner seien als die eigene. Doch müsse jedem guten Ehemann die eigene Frau zeitlebens als die schönste erscheinen. Das vierte Kapitel benennt die falschen Voraussetzungen einer Eheschließung: Ohne Einverständnis der Eltern, aus Trunkenheit oder vor­übergehender "Brunst"­­­­, aus finanziellen Gründen, Gründen der Abstammung oder äußerlicher Schön­heit wegen werden nur Ehen geschlossen, die vom Teufel gestiftet sind. Die fünfte Operation des Eheteufels zerstört die Liebe und Einigkeit der Ehepartner, indem zunächst eine mentale Trennung und im Anschluss daran eine körperliche Trennung von Tisch und Bett erreicht wird. Die auch bei Luther erwähnte Erzählung vom "Teufel und dem alten Weib", in der ein altes böses Weib im Auftrag des Teufels durch eine Intrige ein Ehepaar auseinanderbringt, dient hier als Exempel. Das Bemühen des Eheteufels, die Frau zur Auflehnung gegen die gottgewollte Herrschafts­gewalt des Mannes zu bewegen, ist Thema des sechsten Kapitels. Durch den siebten Angriff des Eheteufels werden die Eheleute verleitet, ihre Pflich­ten zu vernachlässigen: Die Ehemän­ner suchen die Wirtshäuser auf, und die Frauen vergessen Haushaltung und Kinder­erziehung. Das achte und letzte Kapitel warnt noch einmal vor den falschen Voraus­setzungen einer Eheschlie­ßung und erklärt Eltern und Ver­wandte zu "Werkzeugen" Gottes im Kampf gegen den Eheteufel, die eine eheliche Verbindung, auf der kein göttlicher Segen ruht, in jedem Fall verhin­dern müssen.